…und die liebe Technik

(Die Infos sind fortlaufend aufgeführt und enthalten z.T. sehr interessante Details. Einfach durch scrollen für mehr Details.)

Dezember 2021; Eine Heizung!
Nach Island war uns beiden klar; auch wir brauchen bei kälteren Temperaturen ein geheiztes zu Hause. Doch unsere beschränkten Platzverhältnisse erlauben uns keinen allzu grossen Luxus und irgendwelche Gegenstände können wir nicht zu Hause lassen. Alles ist perfektioniert und optimiert; wir haben wirklich nur das Allernötigste dabei. Bei unseren Platzverhältnissen mussten wir auch an die Feuersicherheit denken und bald war klar, dass die Heizung nicht im Fahrzeug eingebaut werden kann ohne auf Stauraum zu verzichten. So suchten wir nach Möglichkeiten die gewünschte Heizung irgendwie aussen am Fahrzeug zu montieren.

Bei der bayrischen Firma Nakatanenga fanden wir das gewünschte Produkt und das entsprechende Zubehör für den Einbau.

Die Heizung ist mit zugehörigem Dieseltank und den nötigen Steuerungsteilen fein säuberlich in eine Alukiste verstaut. Die Wärme wird über einen Wärmeschlauch zum gewünschten Ort geleitet. Dank diesem Konzept mussten wir in unserem Campingabteil nur eine möglichst optimale Luftverteilung installieren; der Rest bleibt draussen. Somit waren die zusätzlichen räumlichen Einschränkungen verkraftbar.

Die Alukiste mit der Heizung zurrten wir auf dem hinteren Rack oberhalb des Reserverads fest und leiteten über einen Schlauch die warme Luft seitlich in unseren Camper. Die Hecktür unseres Jeeps wird durch die Heizung und den Schläuchen weder beim Öffnen noch Schliessen beeinträchtigt.
Bei Bedarf können wir die Heizung vom Rack nehmen und, nebst dem Auto, auch ein Zelt beheizen.

Fazit nach den ersten paar Tagen bei tiefen Temperaturen: Wir würden diese Heizung nie mehr hergeben; die wohnliche Wärme ist auch bei eisiger Umgebung unschlagbar! Und der absolute Knüller der neuen Heizung: Wir können sie vom Bett aus fernsteuern und bei vorgewärmten Camp-Abteil aus den Federn schlüpfen.
Wow; hätten wir dies schon früher gewusst!

Einziger Wermutstropfen: Unsere Zusatzbatterie hatten wir nicht für diese neue Nutzung konzipiert und ist nach ein paar Stunden Heizbetrieb am unteren Limit der verfügbaren Leistung. Die Überbrückung mit der Fahrzeugbatterie (Hauptbatterie) schafft Abhilfe, doch diese sollten wir ebenfalls nicht überstrapazieren, da wir unseren Jeep jederzeit starten möchten.

 

20. Nov. 2021; Wassereintritt Jeep
Vermutlich wurde beim Wechsel der Gazell-Campingkabine vom alten auf den neuen Jeep die Gummidichtung beschädigt und nun läuft irgendwie das Wasser innseitig durch die Dichtung und tropft beidseitig der Fahrer- als auch Beifahrertüre ins Innere des Jeeps. Das stehende Wasser in der Bodenwanne wäre kein Problem, da ein Jeep spezielle Öffnungen in der Wanne hat, aber das tropfende Wasser während der Fahrt ist „nervig“.

Die defekten Türdichtungen wurden für viel Geld (Mopar-Originalteil) bereits gewechselt, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Es tropft bei starkem Regenfall immer noch!
Die obere Rahmendichtung ist zurzeit weder als Originalzubehör noch von einen Drittanbieter erhältlich.

Nebst dem Abkleben der oberen Fensterrahmendichtung, d.h. zwischen Rahmen der Windschutzscheibe und dem Dach der Gazell-Campingkabine, erstellte ich beidseitig an der Gazell-Dachrinne vorne zusätzliche Öffnungen und einer entsprechenden Abrisskante, so dass das Wasser nicht mehr in die Türdichtung rinnen sollte; mit mässigem Erfolg.

 

17.November 2021; Reparatur und Service / schlechter Jeep-Kundenservice
Durch die Reparatur der Achsschenkellager in Reykjavík/Island wurden die beiden Wellendichtringe der Vorderachse beschädigt und das Differenzialgetriebe war dadurch nicht mehr ganz dicht (Ölverlust beidseitig).

Die „zweite Reparatur“, d.h. der Ersatz der beschädigten Wellendichtringe wurde durch unsere Vertrauenswerkstatt in Basel erledigt. Zusätzlich wurden verkratzte Stellen an der Achse entdeckt, dort wo die Wellendichtringe liegen. Die nicht richtig festgezogenen Schrauben an der Lenkmechanik und beschädigten Schraubenköpfe sagten viel über die Arbeitsqualität in Island aus!

Gleichzeitig mit der Reparatur liessen wir am Motor und sämtlichen Getrieben einen Service durchführen, so dass wir die nächsten x-tausend Kilometer in Spanien und Portugal sorgenfrei und ohne irgendwelche Werkstattaufenthalte erleben können.
Leider reichte die Kilometerzahl noch nicht ganz an den nächsten grossen Service heran, der noch in unserem Service-Paket inbegriffen wäre. Da der Fahrzeugrechner jedoch in Abhängigkeit des Einsatzes und der Fahrweise den Ölwechsel vorgibt, hätte – so oder so – die Kontrolllampe im Cockpit demnächst aufgeleuchtet und uns in eine Werkstatt dirigiert.

Zusätzlich liessen wir, auf Anraten unserer Werkstatt, beim Automatikgetriebe einen Service, d.h. einen Ölwechsel inkl. Spülung und Wechsel sämtlicher Filter und Dichtungen vornehmen. Da wir unser Fahrzeug sehr oft im schwierigen Gelände bewegen, empfiehlt selbst Jeep zu diesem Service, wobei die Arbeit durch eine externe und spezialisierte Werkstatt ausgeführt wird.

Für die mangelnde Reparatur in Island kontaktierten wir bereits dort den Jeep-Kundendienst in der Schweiz, da wir bereits auf der Rückreise waren. Zu unserem Erstaunen wurde unser Anliegen positiv aufgenommen und entsprechende Hilfe, sowie entsprechende Kulanz angeboten. Bei der Reparaturausführung in der Schweiz war von der Grosszügigkeit plötzlich nichts mehr zu spüren und die Kosten gingen voll zu unseren Lasten. Wir fragten uns sofort, wieso wir eigentlich zurück nach Reykjavík fuhren um die Arbeit in einer offiziellen Jeep-Werkstatt ausführen liessen, wenn der Kunde sowieso das Risiko selbst trägt?

Die nächste bittere Pille war der vorgezogene 96‘000 Km-Service: Auch dieser wurde nicht übernommen, obwohl beim Kauf ein Service-Paket inbegriffen war. Wir wollten bei unserer Weiterreise nach Spanien/Portugal nicht schon nach wenigen Kilometer eine Werkstatt anfahren und den Motorservice ausführen lassen. Nach unserer Reise kreuz und quer durch Island hätte der Fahrzeugrechner demnächst in eine Werkstatt dirigiert und das Service-Paket gilt nur in der Schweiz.
Da die erforderlichen Kilometer noch nicht erreicht waren und die Service-Kontrolllampe im Cockpit nicht aktiviert war, mussten wir die Kosten vollumfänglich übernehmen.

Die Werbung verspricht viel und bei den Verkaufsgesprächen wird alles noch zusätzlich untermauert. Leider wird auf das Kleingedruckte nicht verwiesen und bei unserem stark modifizierten Jeep trägt der Kunde sowieso das volle Risiko. Basta!

Ja, wir sind vom Jeep-Service in Europa enttäuscht! Vielleicht ist auch zu viel Fiat dahinter! Vieles wird versprochen, doch plötzlich zählen die kleinen Details und; „die Letzten beissen die Hunde“ – der Kunde wird immer zur Kasse gebeten!

Schade für das tolle Fahrzeug!

PS: Die Aussage über den Jeep-Kundenservice bezieht sich auf „Jeep Schweiz“ und nicht auf die Werkstatt in Basel, die tadellose Arbeit macht und unser volles Vertrauen hat. Auch diese steht ganz am Ende der Kette und darf nur die „Prügel“ seitens der Kunden einstecken.

 

8. September 2021 / Achsschenkellager vorne rechts ausgeschlagen / Island, an der Südküste

Beim Umsetzten der Räder – bei einem Geländewagen setzt man die Räder in regelmässigen Abständen um – stellte ich an der Vorderachse rechts grosses Lagerspiel am Achsschenkel fest.
Ob das ausgeschlagene Lager von den vielen Pisten in Island her kam und das Originalmaterial von unserem Jeep doch nicht so gut ist wie von Hersteller behauptet wird, möchten wir einmal im Raum stehen lassen. Dass wir jedoch schon öfters innerhalb der Garantiezeit unterschiedliche Vertragswerkstätten auf ein Knackgeräusch an der Lenkung hinwiesen; das sind Fakten, doch wir wurden jedes Mal vertröstet, dass es überhaupt keine Probleme an der Vorderachse gebe und gewisses Spiel absolut normal sei.

Zurück in Island: Etwas unruhig kehrten wir zurück nach Reykjavík und suchten dort eine  Jeep Vertragswerkstatt  (Ísband) auf. Unser Jeep wurde umgehend untersucht und die Diagnose war klar: Ausgeschlagenes Achslager, rechts oben!
Die Werkstatt verstand auch mit unserer besonderen Situation und wir in diesem Fahrzeug leben. Sie ermöglichte eine Reparatur am Folgetag (9.9.21) und zu unserem Erstaunen, das nötige Ersatzteil war an Lager.

In 5 Stunden war die Arbeit erledigt, d.h. auf beiden Seiten wurden abschmierbare Achsschenkel montiert und die abgenutzten Bremsbeläge vorne ebenfalls ersetzt. (…für die hinteren Beläge reichte die Zeit nicht mehr aus, obwohl diese stärker abgenutzt sind! Was für eine Werkstatt!)

Nach dem Überweisen von rund sFr. 1‘500.- für die Diagnose, Arbeit und Material, konnten wir unsere Reise in Island fortsetzten.
Doch – oh Schreck – nach einem späteren Fahrzeugcheck entdeckte ich Öl verlierende Vorderachsen! Ein Problem (Achsschenkellager) wurde gelöst, zwei neue Probleme wurden geschaffen; auf beiden Seiten tropft wenig Öl aus den Achsen. Vermutlich wurden bei der Reparatur in Reykjavík beim Einschieben der Achsen die Wellendichtringe im inneren der Achse beschädigt.
(Die Bauart der vielgelobten Dana-Achse entspricht vermutlich immer noch der gleichen Art des Ur-Jeeps, die einfach funktionieren musste und in den Kriegswirren eh ein Wegwerfprodukt war.)

Da einen Rückfahrt nach Reykjavík nicht mehr möglich war, mussten/müssen wir regelmässig im vorderen Kardangehäuse Öl nachfüllen und hoffen, dass die Ölschmierereien keine allzu grossen Umweltprobleme ergeben.
Hoffen wir, dass unserer Werkstatt in der Schweiz mit der Nachfolgereparatur bessere Arbeit leisten wird.

 

14. August 2021 /Schweissnaht an Auspuffrohr gerissen / Island, Piste nordöstlich von Laugafell
Nach einer Wasserdurchfahrt klapperte es plötzlich etwas merkwürdig unter der rechten Fahrzeugseite. Erst nach der zweiten gründlichen Untersuchung der Fahrzeugunterseite stellten wir den kompletten Riss der Schweissnaht nach dem Dieselpartikelfilter (DPF) fest.

Wann, wie und wo wir dieses Edelstahlrohr wieder zusammen schweissen können war draussen in der Pampa eher ein nebensächliches Problem. Irgendwie mussten wir die Rohrteile wieder zusammen fügen um weiteren Schaden zu vermeiden.

Mit „ResQ-Tape“, einer alten Konservendose und zwei Rohrschellen konnten wir das „Geklapper“ beseitigen. Die ganze hilfsmässige Verbindung überlebte alle weiteren Pistenkilometer, so dass wir vorerst auf das Aufsuchen einer Schweisserei verzichteten. (….vermutlich wären die entsprechenden Erklärungen auf Isländisch auch entsprechend schwer, um alles nach unserem Wunsch wieder zusammen zu fügen! 😉 )