…und die liebe Technik

(Die Infos sind fortlaufend aufgeführt und enthalten z.T. sehr interessante Details. Einfach durch scrollen für mehr Details.)

Umbauten, Änderungen und Reparaturen 2022

>Fotos bei den jeweiligen Abschnitten!

Reparatur: Unsere Gazell-Kabine, die aus Polyester besteht, trennte sich im vorderen Teil, d.h. bei den Scharnieren des Aufstelldaches, immer mehr auf. Als Folge hatten wir bei Regen immer mehr Wasser in der Fahrerkabine.

Der Hersteller wusste auf unsere Anfrage hin keine schnelle und zielführende Lösung. Bei den rund 60 verkauften Campingaufbauten ist es erst der zweite Fall, wo ein derartiger Schaden auftritt. Er verwies uns zu seiner Vertretung in Versoix/Genf, die uns wiederum einen Bootsbauer am Genfersee zur Reparatur empfahl.

Für uns war der Genfersee eindeutig zu weit weg. Deshalb suchten wir im Raum Basel eine Karosiewerkstatt mit Erfahrung von Polyesteraufbauten, die sich diesem Schaden annehmen würde. Doch alle winkten ab; zu aufwändig und fast nicht zu reparieren, so dass die reparierte Schadstelle dauerhaft halten würde. Zusätzlich hätten wir die Kabine vom Jeep nehmen sollen um die Reparatur in diesem Bereich ausführen zu können. Nein, dies war für uns keine Lösung!

Irgendeinmal faste ich (Tom) den Mut, verlängerte die Bohrung der Scharnierbefestigung durch den kompletten Frontaufbau, setzte lange Schrauben ein, die durch die ganze Konstruktion reichten und zog mittels dieser Schrauben die aufgetrennte Konstruktion wieder zusammen. Nebst der inneren Gazell-Fläche stützte ich die zusätzliche (Scharnier-)Befestigung am Überrollbügel des Jeeps ab. Mittels den innenliegenden Muttern können wir die Haltekraft, resp. den Zug auf die Kabine jederzeit regulieren.

Trotz der anfänglichen Skepsis, funktionierte die Reparatur. Die beiden „Fischmäuler“ vor den Scharnieren des Aufstelldaches, d.h. das Polyester wurde durch die mechanische Kraft wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht und – als Pünktchen auf dem „i“ – das Dach ist im Frontbereich wieder dicht.

 

Reparatur: Nach dem Steinschlag, mit zerstörter Windschutzscheibe, den eingedrücktem Fensterrahmen und verbogenen Scheibenwischer, wurde dies durch eine Karosseriewerkstatt professionell wieder in Ordnung gestellt.
Die anfänglich falsch montierten Scheibenwischer wurden später durch die richtigen ersetzt.
Infolge der weltweiten Lieferverzögerungen wurde der Fensterrahmen nicht ersetzt, sondern gerichtet und neu lackiert.
Trotz voller Auftragsbücher konnte die ganze Reparatur in einem zeitlich akzeptablen Rahmen erledigt werden und wurde durch unsere Jeep-Werkstatt in Basel entsprechend vermittelt.

 

Änderung/Ergänzung für Dachlast: Unsere Platzverhältnisse im Jeep sind für weite Reisen manchmal sehr einschränkend und vieles muss dadurch zu Hause bleiben. Von der Konstruktion her ist unser Aufstelldach nicht für Lasten ausgelegt und für den Hersteller war es nie eine Option, das Aufstelldach für Lasten zu verstärken.

Da eigentlich jedes Auto eine Dachlast von 50 Kg und dies ohne Eintrag in den Fahrzeugpapieren hat, verfolgten wir diesen Wunsch weiter. Einen Gepäckträger „à la Landrover oder Land Cruiser“ mussten wir aus dem Wunschprogramm streichen. Solche Träger haben bereits ein Eigengewicht von über 25 Kg und würden eine Dachlast gleich zu Nichte machen.

Ein Händler, resp. Offroadausrüster brachte uns wenig später auf die Idee, auf dem Dach zwei Airlineschienen zu montieren und das Dach mit einem speziellen haftenden Anstrich zu versehen. Die Dachlast kann dadurch zuverlässig an den Airlineschienen befestigt werden. Die Airlineschienen und der Anstrich wiegen kaum etwas.

Wir führten diese Art der „Dachlastaufnahme“ im vorderen Teil des Aufstelldaches aus. Statt 2 Schienen befestigten wir im vorderen Bereich noch eine zusätzliche Schiene quer, so dass kein Gepäckstück vorne hinaus rutscht kann.

So können wir zusätzlich leichtes, aber voluminöses Gepäck neu auf dem Autodach mitführen und die beiden seitlichen Gasdruckdämpfer fürs Aufstelldach schaffen auch die 25 Kg Zusatzgewicht problemlos.

Die Fahrzeuggesamthöhe wurde durch die Airlineschienen nicht erhöht. Bei allfälligen Fahrzeugprüfungen (CH MFK) werden diese drei Schienen kaum auffallen und zu einer Beanstandung führen.

Infolge dieser Änderung, resp. Anpassung mussten wir das Solarpanel vom vorderen auf den hinteren Teil des Aufstelldaches verschieben.

 

Einbau Heizung: Im Herbst 2021 kauften wir bei Nakatanenga/Deutschland eine mobile Heizung, die fein säuberlich in eine Box eingebaut war. Diese stellten wir hinten auf das Rack und konnten so unser Camper über einen Wärmeschlauch bei kalten Temperaturen aufwärmen. Das Produkt bewährte sich sehr und wir waren mit der Heizleistung mehr als zufrieden. Doch die zusätzlichen Kilos hinten auf dem Rack belasteten unser Fahrzeug noch zusätzlich. Da unser Fahrzeug bereits sehr belastet war, musste eine andere Lösung gefunden werden.

So wurde die Heizbox im Frühjahr 2022 komplett zerlegt und die eigentliche Heizung im Auto, resp. im hinteren Teil unseres Campers installiert. Viele Teile wurden durch die direkte Installation überflüssig. Neu wird der Diesel statt aus einem eigenen Tank direkt aus dem Dieseltank vom Fahrzeug angezogen. Auf viele Bauteile aus der Heizbox konnten wir verzichten, da diese im Auto bereits vorhanden sind und durch diese Neuinstallation einige Kilos abspecken konnten.

Die vorgängig erstellten Wärmeführungen im Auto blieben erhalten und der frühere Aussenanschluss des Wärmeschlauches kann neu als Wärmequelle für ein extern zu beheizendes Objekt benutzt werden. D.h., wir können mit unserer Heizung im Campabteil z.B. auch ein Zelt beheizen.

 

Neugestaltung der Inneneinrichtung / Platzierung Trenn-WC: Wir bauten die Inneneinrichtung schon mehrmals um und suchten öfters nach weiteren Optimierungen. Zusätzlich kam auch der Wunsch auf, dass wir bei extremen Wetterverhältnissen im unteren Teil, d.h. im Auto selbst und geschlossenem Aufstelldach schlafen könnten.

Beim WC hatten wir hauptsächlich in städtischen Agglomerationen immer wieder dasselbe Problem, dass wir unsere Bedürfnisse nicht irgendwo hinter einem Busch erledigen konnten. Die bevorstehende Gruppenreise in Südamerika zwang uns ebenfalls für eine bessere Lösung als das Vergraben in der Pampa.

So befindet sich neu im Innern des Campers eine grosse Platte, die die Inneneinrichtung in zwei Teile unterteilt und unser Gepäck wir neu in Boxen statt in Schränken aufbewahrt. Die Platte befindet sich auf der Höhe der Sitzflächen, kann notfalls verlängert und als Schlaffläche genutzt werden, ohne dass wir das Aufstelldach öffnen müssen. Zwar wäre eine solche Übernachtung in diesen beengten Verhältnissen etwas gewöhnungsbedürftig, doch die bisher erlebten Stürme erlauben vermutlich nur eine solche Lösung.

Durch die Änderung im Innenbereich schafften wir neu auf der linken Seite den nötigen Raum für unser Trenn-WC, dass sich in einer Normbox befindet und – dank der Trennung von fest und flüssig – fast geruchsfrei sein soll. Das Trenn-WC ist mobil, d.h. kann im Innen- als auch im Aussenbereich benutzt werden. Die normale Nutzung sollte eigentlich im Aussenbereich, d.h. in unserem WC-Zelt erfolgen. Bei Bedarf kann die Nutzung des WCs auch im Camper erfolgen und bei aufgestellten Dach kann die zweite Person im Camper verbleiben, sofern er oder sie eine gewisse Geruchsunempfindlichkeit hat. 😉

 

Elektrische Installation Camper: Nach den vielen Umbauten und Ergänzungen ähnelte die elektrische Installation eher einem „Salat“ als einer fachmännisch ausgeführten Arbeit. Eine externe Fachperson hätte diese Verdrahtungen wohl nie richtig verstanden noch hätte sie ein Problem lösen können.

Die vielen Schalter, die irgendwo im ganzen Camper verteilt waren, wurden neu in eine zentrale Schaltbox zusammen gezogen und alle elektrischen Geräte/Anschlüsse werden nun von dort aus geschaltet.

Gleichzeitig wurden die teils unterdimensionierten Kabel durch eine neue und sauber verlegte Verdrahtung ersetzt.

Mit der Neuinstallation wurden auch gewisse kleinere Komfortergänzungen getätigt, wie z.B. das eingebaute Licht an der Heckklappe, so dass es im Aussenbereich bei Dunkelheit endlich eine gewisse Erleuchtung gibt.

 

Gazell-Kabine; Aussenbereich: Links und rechts montierten wir an den Aussenwänden der Gazell-Kabine paarweise Airlineschienen. So konnten wir links den schweren Träger aus Eigenproduktion entfernen, der zusätzliche Wasserkanister und die Schaufel hängen nun an fast federleichten Aluplatten, was fast eine Gewichtsersparnis von 12 Kg brachte.

Die Maxtrax-Sandbleche sind – trotz der Airlineschienen – immer noch direkt an der Gazell-Aussenwand befestigt. Vom Gewicht her ist diese Lösung immer noch die optimalste.

Am Aufstelldach montierten wir am hinteren Ende innenseitig Haltemöglichkeiten für Stützen. So können wir das Aufstelldach mit den mitgeführten Teleskopwanderstöcken an den Halterungen der Heckplane abstützen. Dies könnte nötig werden, falls wir einmal die Dachlast zu stark beanspruchen, oder der Wind von der Frontseite her zu stark wäre und das Dach herunter drücken würde.

 

Reparaturen Jeep: Im Zusammenhang mit den Änderungen wurde auch der Jeep selbst wieder etwas genauer unter die Lupe genommen.

Die beiden vorderen Radabdeckungen wurden endlich wieder richtig an der Karosserie befestigt. Da die Originalkunststoffverbindungen sich immer wieder vom seitlichen Blechen löste, wurden kurzerhand Blindmuttern ins Blech gepresst und die Radabdeckungen mittels Schrauben befestigt. Nun hält es richtig!

Die Nebelschlussleuchten leuchteten seit dem Aufsetzen der Gazell-Kabine im Jahr 2019 nicht mehr! Die Ursache fanden wir nie richtig heraus und an defekten Glühbirnen lag es ebenfalls nicht.
So ersetzten wir ab einem bestimmten Punkt im Fahrzeug, wo wir noch zuverlässig die gewünschte Spannung nachmessen konnten, die komplette Verdrahtung bis zu den Nebelschlussleuchten.
Nun leuchten sie wieder und der Experte bei der nächsten Fahrzeugprüfung darf sich über die blendende Wirkung erfreuen.

Bei den weiteren Wartungs- und Kontrollarbeiten wurden auch noch diverse Mängel entdeckt, die vor der Südamerikareise zwingend zu beheben sind.

An der Vorderachse weisen die Kreuzgelenke viel Spiel auf, Achslager könnten nach den vielen Wasserdurchfahrten ihre Dauerschmierung auch verloren haben und die vordere Kardanwelle hat leichtes Spiel. Ebenso bereitet uns das Automatikgetriebe seit der Spülung immer wieder Sorgen und bei gewissen Situationen funktioniert dieses nicht mehr wie früher. Für diese Probleme fahren wir extra nach Bayern, wo sich ein namhafter Jeep-Experte sich diesen Problemen annehmen wird.

Die periodische Fahrzeugprüfung wird für uns durch den Vertreter der OME-Fahrwerke in Thun durchgeführt, wo unsere „Lady RuGa“ auch neue Dämpfer, Federn und Reifen erhalten wird.

So hoffen wir, dass auch das Fahrzeug für die nächsten 50‘000 Kilometer einwandfrei funktionieren wird und wir uns aufs Reisen statt Reparieren konzentrieren können. 😉

 

Dezember 2021; Eine Heizung!
Nach Island war uns beiden klar; auch wir brauchen bei kälteren Temperaturen ein geheiztes zu Hause. Doch unsere beschränkten Platzverhältnisse erlauben uns keinen allzu grossen Luxus und irgendwelche Gegenstände können wir nicht zu Hause lassen. Alles ist perfektioniert und optimiert; wir haben wirklich nur das Allernötigste dabei. Bei unseren Platzverhältnissen mussten wir auch an die Feuersicherheit denken und bald war klar, dass die Heizung nicht im Fahrzeug eingebaut werden kann ohne auf Stauraum zu verzichten. So suchten wir nach Möglichkeiten die gewünschte Heizung irgendwie aussen am Fahrzeug zu montieren.

Bei der bayrischen Firma Nakatanenga fanden wir das gewünschte Produkt und das entsprechende Zubehör für den Einbau.

Die Heizung ist mit zugehörigem Dieseltank und den nötigen Steuerungsteilen fein säuberlich in eine Alukiste verstaut. Die Wärme wird über einen Wärmeschlauch zum gewünschten Ort geleitet. Dank diesem Konzept mussten wir in unserem Campingabteil nur eine möglichst optimale Luftverteilung installieren; der Rest bleibt draussen. Somit waren die zusätzlichen räumlichen Einschränkungen verkraftbar.

Die Alukiste mit der Heizung zurrten wir auf dem hinteren Rack oberhalb des Reserverads fest und leiteten über einen Schlauch die warme Luft seitlich in unseren Camper. Die Hecktür unseres Jeeps wird durch die Heizung und den Schläuchen weder beim Öffnen noch Schliessen beeinträchtigt.
Bei Bedarf können wir die Heizung vom Rack nehmen und, nebst dem Auto, auch ein Zelt beheizen.

Fazit nach den ersten paar Tagen bei tiefen Temperaturen: Wir würden diese Heizung nie mehr hergeben; die wohnliche Wärme ist auch bei eisiger Umgebung unschlagbar! Und der absolute Knüller der neuen Heizung: Wir können sie vom Bett aus fernsteuern und bei vorgewärmten Camp-Abteil aus den Federn schlüpfen.
Wow; hätten wir dies schon früher gewusst!

Einziger Wermutstropfen: Unsere Zusatzbatterie hatten wir nicht für diese neue Nutzung konzipiert und ist nach ein paar Stunden Heizbetrieb am unteren Limit der verfügbaren Leistung. Die Überbrückung mit der Fahrzeugbatterie (Hauptbatterie) schafft Abhilfe, doch diese sollten wir ebenfalls nicht überstrapazieren, da wir unseren Jeep jederzeit starten möchten.

 

20. Nov. 2021; Wassereintritt Jeep
Vermutlich wurde beim Wechsel der Gazell-Campingkabine vom alten auf den neuen Jeep die Gummidichtung beschädigt und nun läuft irgendwie das Wasser innseitig durch die Dichtung und tropft beidseitig der Fahrer- als auch Beifahrertüre ins Innere des Jeeps. Das stehende Wasser in der Bodenwanne wäre kein Problem, da ein Jeep spezielle Öffnungen in der Wanne hat, aber das tropfende Wasser während der Fahrt ist „nervig“.

Die defekten Türdichtungen wurden für viel Geld (Mopar-Originalteil) bereits gewechselt, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Es tropft bei starkem Regenfall immer noch!
Die obere Rahmendichtung ist zurzeit weder als Originalzubehör noch von einen Drittanbieter erhältlich.

Nebst dem Abkleben der oberen Fensterrahmendichtung, d.h. zwischen Rahmen der Windschutzscheibe und dem Dach der Gazell-Campingkabine, erstellte ich beidseitig an der Gazell-Dachrinne vorne zusätzliche Öffnungen und einer entsprechenden Abrisskante, so dass das Wasser nicht mehr in die Türdichtung rinnen sollte; mit mässigem Erfolg.

 

17.November 2021; Reparatur und Service / schlechter Jeep-Kundenservice
Durch die Reparatur der Achsschenkellager in Reykjavík/Island wurden die beiden Wellendichtringe der Vorderachse beschädigt und das Differenzialgetriebe war dadurch nicht mehr ganz dicht (Ölverlust beidseitig).

Die „zweite Reparatur“, d.h. der Ersatz der beschädigten Wellendichtringe wurde durch unsere Vertrauenswerkstatt in Basel erledigt. Zusätzlich wurden verkratzte Stellen an der Achse entdeckt, dort wo die Wellendichtringe liegen. Die nicht richtig festgezogenen Schrauben an der Lenkmechanik und beschädigten Schraubenköpfe sagten viel über die Arbeitsqualität in Island aus!

Gleichzeitig mit der Reparatur liessen wir am Motor und sämtlichen Getrieben einen Service durchführen, so dass wir die nächsten x-tausend Kilometer in Spanien und Portugal sorgenfrei und ohne irgendwelche Werkstattaufenthalte erleben können.
Leider reichte die Kilometerzahl noch nicht ganz an den nächsten grossen Service heran, der noch in unserem Service-Paket inbegriffen wäre. Da der Fahrzeugrechner jedoch in Abhängigkeit des Einsatzes und der Fahrweise den Ölwechsel vorgibt, hätte – so oder so – die Kontrolllampe im Cockpit demnächst aufgeleuchtet und uns in eine Werkstatt dirigiert.

Zusätzlich liessen wir, auf Anraten unserer Werkstatt, beim Automatikgetriebe einen Service, d.h. einen Ölwechsel inkl. Spülung und Wechsel sämtlicher Filter und Dichtungen vornehmen. Da wir unser Fahrzeug sehr oft im schwierigen Gelände bewegen, empfiehlt selbst Jeep zu diesem Service, wobei die Arbeit durch eine externe und spezialisierte Werkstatt ausgeführt wird.

Für die mangelnde Reparatur in Island kontaktierten wir bereits dort den Jeep-Kundendienst in der Schweiz, da wir bereits auf der Rückreise waren. Zu unserem Erstaunen wurde unser Anliegen positiv aufgenommen und entsprechende Hilfe, sowie entsprechende Kulanz angeboten. Bei der Reparaturausführung in der Schweiz war von der Grosszügigkeit plötzlich nichts mehr zu spüren und die Kosten gingen voll zu unseren Lasten. Wir fragten uns sofort, wieso wir eigentlich zurück nach Reykjavík fuhren um die Arbeit in einer offiziellen Jeep-Werkstatt ausführen liessen, wenn der Kunde sowieso das Risiko selbst trägt?

Die nächste bittere Pille war der vorgezogene 96‘000 Km-Service: Auch dieser wurde nicht übernommen, obwohl beim Kauf ein Service-Paket inbegriffen war. Wir wollten bei unserer Weiterreise nach Spanien/Portugal nicht schon nach wenigen Kilometer eine Werkstatt anfahren und den Motorservice ausführen lassen. Nach unserer Reise kreuz und quer durch Island hätte der Fahrzeugrechner demnächst in eine Werkstatt dirigiert und das Service-Paket gilt nur in der Schweiz.
Da die erforderlichen Kilometer noch nicht erreicht waren und die Service-Kontrolllampe im Cockpit nicht aktiviert war, mussten wir die Kosten vollumfänglich übernehmen.

Die Werbung verspricht viel und bei den Verkaufsgesprächen wird alles noch zusätzlich untermauert. Leider wird auf das Kleingedruckte nicht verwiesen und bei unserem stark modifizierten Jeep trägt der Kunde sowieso das volle Risiko. Basta!

Ja, wir sind vom Jeep-Service in Europa enttäuscht! Vielleicht ist auch zu viel Fiat dahinter! Vieles wird versprochen, doch plötzlich zählen die kleinen Details und; „die Letzten beissen die Hunde“ – der Kunde wird immer zur Kasse gebeten!

Schade für das tolle Fahrzeug!

PS: Die Aussage über den Jeep-Kundenservice bezieht sich auf „Jeep Schweiz“ und nicht auf die Werkstatt in Basel, die tadellose Arbeit macht und unser volles Vertrauen hat. Auch diese steht ganz am Ende der Kette und darf nur die „Prügel“ seitens der Kunden einstecken.

 

8. September 2021 / Achsschenkellager vorne rechts ausgeschlagen / Island, an der Südküste

Beim Umsetzten der Räder – bei einem Geländewagen setzt man die Räder in regelmässigen Abständen um – stellte ich an der Vorderachse rechts grosses Lagerspiel am Achsschenkel fest.
Ob das ausgeschlagene Lager von den vielen Pisten in Island her kam und das Originalmaterial von unserem Jeep doch nicht so gut ist wie von Hersteller behauptet wird, möchten wir einmal im Raum stehen lassen. Dass wir jedoch schon öfters innerhalb der Garantiezeit unterschiedliche Vertragswerkstätten auf ein Knackgeräusch an der Lenkung hinwiesen; das sind Fakten, doch wir wurden jedes Mal vertröstet, dass es überhaupt keine Probleme an der Vorderachse gebe und gewisses Spiel absolut normal sei.

Zurück in Island: Etwas unruhig kehrten wir zurück nach Reykjavík und suchten dort eine  Jeep Vertragswerkstatt  (Ísband) auf. Unser Jeep wurde umgehend untersucht und die Diagnose war klar: Ausgeschlagenes Achslager, rechts oben!
Die Werkstatt verstand auch mit unserer besonderen Situation und wir in diesem Fahrzeug leben. Sie ermöglichte eine Reparatur am Folgetag (9.9.21) und zu unserem Erstaunen, das nötige Ersatzteil war an Lager.

In 5 Stunden war die Arbeit erledigt, d.h. auf beiden Seiten wurden abschmierbare Achsschenkel montiert und die abgenutzten Bremsbeläge vorne ebenfalls ersetzt. (…für die hinteren Beläge reichte die Zeit nicht mehr aus, obwohl diese stärker abgenutzt sind! Was für eine Werkstatt!)

Nach dem Überweisen von rund sFr. 1‘500.- für die Diagnose, Arbeit und Material, konnten wir unsere Reise in Island fortsetzten.
Doch – oh Schreck – nach einem späteren Fahrzeugcheck entdeckte ich Öl verlierende Vorderachsen! Ein Problem (Achsschenkellager) wurde gelöst, zwei neue Probleme wurden geschaffen; auf beiden Seiten tropft wenig Öl aus den Achsen. Vermutlich wurden bei der Reparatur in Reykjavík beim Einschieben der Achsen die Wellendichtringe im inneren der Achse beschädigt.
(Die Bauart der vielgelobten Dana-Achse entspricht vermutlich immer noch der gleichen Art des Ur-Jeeps, die einfach funktionieren musste und in den Kriegswirren eh ein Wegwerfprodukt war.)

Da einen Rückfahrt nach Reykjavík nicht mehr möglich war, mussten/müssen wir regelmässig im vorderen Kardangehäuse Öl nachfüllen und hoffen, dass die Ölschmierereien keine allzu grossen Umweltprobleme ergeben.
Hoffen wir, dass unserer Werkstatt in der Schweiz mit der Nachfolgereparatur bessere Arbeit leisten wird.

 

14. August 2021 /Schweissnaht an Auspuffrohr gerissen / Island, Piste nordöstlich von Laugafell
Nach einer Wasserdurchfahrt klapperte es plötzlich etwas merkwürdig unter der rechten Fahrzeugseite. Erst nach der zweiten gründlichen Untersuchung der Fahrzeugunterseite stellten wir den kompletten Riss der Schweissnaht nach dem Dieselpartikelfilter (DPF) fest.

Wann, wie und wo wir dieses Edelstahlrohr wieder zusammen schweissen können war draussen in der Pampa eher ein nebensächliches Problem. Irgendwie mussten wir die Rohrteile wieder zusammen fügen um weiteren Schaden zu vermeiden.

Mit „ResQ-Tape“, einer alten Konservendose und zwei Rohrschellen konnten wir das „Geklapper“ beseitigen. Die ganze hilfsmässige Verbindung überlebte alle weiteren Pistenkilometer, so dass wir vorerst auf das Aufsuchen einer Schweisserei verzichteten. (….vermutlich wären die entsprechenden Erklärungen auf Isländisch auch entsprechend schwer, um alles nach unserem Wunsch wieder zusammen zu fügen! 😉 )