>Bilder ganz unten!
….zum Fährhafen
Die Fahrt von Adelaide (Südaustralien) nach Geelong, westlich von Melbourne (Victoria) bot uns alles, was man so auf einer Reise erleben kann. Von Sonnenschein bis hin zu sintflutartigen Regenfällen, monotonen Strecken über Farmland und steckenbleiben im weichen Sand mit aufkommender Flut im Rücken; irgendwie war fast alles dabei und forderte uns gegenseitig heraus.
Doch schön der Reihe nach: Ab Adelaide ging es ein wieder ins Hinterland der südaustralischen Hauptstadt, bevor wir dem Küstengebirge in südwestlicher Richtung folgten. Nebst ausgedehnten Wäldern war die Landschaft geprägt von Milchwirtschaft und Schafhaltung. Je weiter wir uns von Adelaide entfernten, desto rauer wurde das Klima für den Weinanbau; die Rebstöcke verschwanden, die Schafherden nahmen zu. 😉
Und noch so nebenbei: Adelaide begrüsste und verabschiedete uns mit viel Regen.
Wir fuhren bis zum Strassenende bei Cape Jervis, auf unserer Karte mit Land’s End angegeben. Dort überlegten wir noch kurz, ob die Zeit für einen Hüpfer auf Kangaroo Island reichen würde. Nebst dem Preis der Fährüberfahrt und der baldige Termin in Geelong war unser Entscheid schnell gefällt, wir drehten ab und folgten unserem Weg in östlicher Richtung.
Dafür genossen wir die Süd-, resp. die Südwestküste Südaustraliens entsprechend ausgiebig, sei es auf den Camps der Naturparks oder den vielen sehenswerten Orten und den weitläufigen Lagunen um Clayton, wo auch der grösste Flüsse Australiens mündet. Nebst der üppigen Natur in dieser Gegend wird man auch auf den überhöhten Nährstoffeintrag des Murray-River aufmerksam gemacht und die Folgen sind an den weitläufigen Stränden anhand der übermässigen Algenablagerungen unübersehbar.
Nach einer weiten Strecke auf der Princes Highway folgten wir bald wieder Nebenstrassen direkt hinter der Düne durch fast menschenleere Gebiete. Entsprechend viele Abschnitte sind unter Naturschutz, dürfen aber auf den vorgegebenen Wegen befahren werden. Wir waren auch entsprechend mutig und wagten uns immer tiefer in die Sanddünen hinein. Die mehrmalig entdeckten Schilder und Warnhinweise wegen Weichsand nahmen wir zwar wahr, doch wir setzten unsere Fahrt genüsslich fort; bis es dann endgültig aus war. Unser Auto versank im Weichsand wie in Puderzucker! Verankerungspunkte gab es weit und breit keine und vergrabene Sandbleche zog die Seilwinde locker aus dem Sand heraus, als wäre es Pudding. Die Lage war irgendwie misslich, da wir relativ nahe am Meer standen und die einsetzende Flut den Zeitdruck weiter verschärfte. Normalerweise sind immer irgendwelche Offroader unterwegs, doch an diesem verflixten Montag war wohl niemand auf diesem Dünenweg unterwegs. Schlussendlich befreiten wir unsere schwere Fuhre mit dem Hi-Lift-Jack; d.h. Anheben der jeweiligen angetriebenen Räder, die Sandbleche unterlegen und das Auto einen halben Meter aus der misslichen Lage bewegen. Nach dem erneuten Absinken im Sand die gleiche Operation von neuem. Ich (Tom) wusste am Schluss nicht mehr, wie oft ich das Auto im weichen Sand anhob, doch der Wellengang im Hintergrund rückte immer näher und trieb mich entsprechend an.
Nach diesem Sandabenteuer nutzten wir wieder vermehrt besser befestigte Strassen und Wege. Es war auch eine gewisse Ernüchterung, dass ein einzelnes Fahrzeug sehr schnell in Schwierigkeiten und die Besatzung bei einer allfälligen Bergung sehr schnell an ihre Grenzen kommen kann. Wir werden in Zukunft die Schilder «Weichsand» besser beachten und entsprechend vorsichtiger sein! 😉
Unsere Kühlbox und Kühltasche waren inzwischen komplett leer, das Auto gewaschen und wir waren bereit für den Grenzübertritt nach Victoria. Grosse Schilder machten uns darauf aufmerksam, was erlaubt sei und was zu empfindlichen Bussen führen kann. Wir hielten uns sehr strickt daran, überquerten die Bundesgrenze jedoch auf einem Nebenweg und kein «Schwein» kümmerte sich über unseren Grenzübertritt. So hätten wir nicht gleich alle übrigen Zwiebeln beim letzten Abendessen vertilgen müssen, was sich bei entsprechenden Magentönen und Düften am Folgetag sehr bemerkbar machte.
Nach Portland (Victoria) hatten wir von der Hauptverbindungsstrasse und dem omnipräsenten Lastwagenverkehr genug und drehten ins Hinterland ab. Bis kurz vor dem Otway Ranges (Gebirgszug) streiften wir durchs weitläufige Hinterland. Chantal konnte aber bald die vielen Farmen nicht mehr sehen; zu viel Landwirtschaft. Der Weg führte uns endlich zurück an die Küste und schon befanden wir uns auf der weltberühmten «Great Ocean Road», die man – gemäss Reiseführer – unbedingt bei einem Australientrip befahren muss.
Wir hatten noch genügend Zeit und so verliessen wir oft die «Great Ocean Road» und kraxelten über unzählige Wege kreuz und quer durch die Otway Range. Nicht das ganze Gebiet wurde vor über 20 Jahren unter Schutz gestellt, sondern dient heute über weite Flächen diversen Holzunternehmen, die grossflächig den Wald roden und wieder aufforsten. Teilwiese sehen die gerodeten Flächen chaotisch aus und die angepflanzten Monokulturen passen irgendwie nicht ins Bild des angrenzenden Nationalparks.
Dank den hartnäckigen Umweltschützern sind jedoch immer noch grosse Gebiete der ursprünglichen Eukalytuswälder erhalten geblieben und selbst im Nationalpark darf man viele Waldwege mit einem entsprechenden Fahrzeug (4×4) befahren. Nebst dem Cruisen durch die Wälder luden viele weitere Sehenswürdigkeiten zu irgendwelchen Umwegen ein. Nebst Sonnenschein erlebten wir an der Südküste viel Regen und waren jeweils froh, in tieferen Lagen die Nacht zu verbringen, da es in höheren Lagen abends und nachts sehr frisch und stürmisch war.
So kam es, dass wir dank dem Regenwetter doch noch die komplette «Great Ocean Road» abfuhren. So ganz nebenbei entdeckten wir, dass wir die westlich liegenden 12 Apostel noch besuchen sollten; unsere Zeit reicht immer noch zu genüge. Trotz Regen und Sturm suchten wir diese Sandsteinklippen um Port Campbell auf und waren überrascht, dass Unmengen Touristen mit Bussen dorthin gefahren wurden. Obwohl fast «vom Winde» verweht; uns gefielen die Sandsteintürme in den tobenden Wellen des Meeres. Der Umweg war mehr als nur lohnenswert!
Was einst in Kanada Dawson City hiess, war seinerzeit in Australien Ballarat. Hier wurde gemäss meiner (Tom) Information der weltweit grösste Nugget gefunden. Dieser Fund löste in Europa und Asien einen riesigen Exodus aus und der kleine Ort wuchs binnen kurzer Zeit zu einer grossen Stadt. Der Druck auf die ansässigen Menschen war riesig und für die Ureinwohner hatte dieser Exodus verehrende Folgen. Wir verweilten längere Zeit im Museumsdorf auf dem Sovereign Hill und genossen das Vergangene in der einstigen Goldgräberansiedlung. Das Goldwaschen liessen wir jedoch aus, da wir nicht genau wussten, was wir mit einem allfälligen Fund gemacht hätten.
Endlich war es soweit; der Termin für die Überfahrt nach Tasmanien war gekommen. Vom letzten Camp im Brisbane Ranges N.P. erreichten wir in einer kurzen Fahrt Geelong, wo unser Schiff abends ablegen wird. Diesmal hatten wir vorausschauend unseren Zwiebelvorrat klein gehalten, so dass wir etwas besser duftend in den nächsten Bundesstaat einreisen konnten.
Wir freuten uns auf den Inselausflug und die weiteren Abenteuer auf der südlich von Australien liegenden Insel.
Chantal u. Tom/Nov.2025







































































































