Auf in Richtung Westen…

>Bilder ganz unten!

….doch nur für ein kurzes Stück.
In Loxton fällten wir den Entscheid, ein Stück westwärts zu fahren und so unsere Freunde von der Südamerikareise zu treffen. Doch vorher ging es in nordöstlicher Richtung durch ein grosses Weinanbaugebiet, dessen Produkt wir schon ausgiebig genossen haben. Für unser Verständnis waren jedoch diese Anbaugebiete sehr gross; einfach 3-XL, und alles wird maschinell bewirtschaftet. Auch solche Kellereien mit den riesigen Aussentanks sucht man bei uns vergebens. Verrückt diese Aussies!
In Renmark besorgten wir noch Lebensmittel für die nächsten 5 Tage und füllten den Tank und die Wasserkanister randvoll. Der Weiterweg führte uns wieder in die Einsamkeit des Outbacks und in der Danggali Wilderness-Area. Auch hier begegneten wir nur eine Handvoll Menschen. Das heutige Gebiet des Danggali war früher eine riesige Schaff Farm und unzählige Ruinen zeugen noch heute von der vergangenen Epoche. Wir genossen erneut diese absolute Einsamkeit beim ersten Camp. Kängurus und Emus hüpften an uns vorbei und das Vogelgezwitscher war omnipräsent. Einzig die Buschfliegen waren bis zum Eindunkeln eine fast nicht auszuhaltende Belästigung.

Westlich von der Danggali Wilderness Protection Area folgten wir durch die weite Pampa, von einer Station zur nächsten. Doch Nutztiere sahen wir fast keine und wir fragten uns immer wieder, was hier die Farmer wohl den ganzen Tag über machen. Dafür mussten wir erneut bei einem angefahrenen Känguru erste Hilfe leisten. Doch was heisst hier erste Hilfe; wir legten das verletzte Tier weg vom Straßenrand hinter einen Busch, so dass es etwas zum fressen hatte und nicht gleich von der Sonne ausgetrocknet wird. Mehr konnten wir nicht tun!

Bis zum Caroona Converstions Park holperten wir viele Kilometer entlang eines Weidezauns; wir hatten den richtigen Weg irgendwie verfehlt und irrten über eine Schafweide. Dafür hatten wir diesmal in der weiten Pampa Empfang zum Mobilnetz und konnten so unseren Schlafplatz buchen.

Ein kurzer Besuch an der Ostflanke des Mount Remarkable N.P. und dessen südliche Umfahrung, bevor es via Port Augusta weiter südlich nach Port Lincoln ging. Nebst viel Landwirtschaft, gibt es erst im südlichen Zipfel der Eyre Halbinsel touristische Highlights, die uns einiges an Erlebnissen anboten.

Den Hardcore-Trail im Lincoln N.P. ließen wir aus, dafür genossen wir – oder war es eher Tom – die 4×4-Strecken im Coffin Bay N.P. Nach 3 Tagen Holperfahrt auf all erdenklichen Geländewegen war der Fahrspass wieder zu Ende und auf dem Teerband steuerten wir Port Lincoln an. Dort wurden wir von unseren Freunden der Südamerika-Reise bereits erwartet und das «Hallo» auf der anderen Seite der Erde war sehr herzlich. Die Gesprächsrunde zog sich weit in die tiefe Nacht hinein und nebenbei tauschten wir auch viele Infos über Australien aus. So erhielten wir wertvolle Informationen von West- und Nordwestaustralien.

Da unsere Reisepläne nicht die gleichen waren, trennten sich unsere Wege bereits am nächsten Tag; sie fuhren relativ direkt in Richtung Alice Springs und wir drehten noch eine kleine Zusatzschleife auf der Eyre-Peninsula, wo die Gawler Range und der gleichnamige Nationalpark einiges zu bieten hatte. Nebst grossen landwirtschaftlichen Betrieben freuten wir uns wieder auf das weite Outback und die unzähligen naturbelassenen Gebiete.

Zwischenzeitlich war das Wetter nicht mehr so «wunschgemäss» und immer wieder fiel etwas Regen, gefolgt von tieferen Temperaturen. So fuhren wir etwas schneller in Richtung Adelaide und hofften, dass es dort etwas wärmer sei und das Wetter sich zu unseren Gunsten ändern würde. Leider hofften wir vergebens; noch vor der Barossa Range drehten wir ab und suchten an der Küste bessere Wetterverhältnisse. Im Landesinnern, d.h. im Gebirge nordöstlich von Adelaide waren die Niederschläge so heftig, dass wir teilweise nur im Schritttempo fahren konnten.

An unserem Auto stand erneut ein Service an und ich (Tom) wollte unbedingt unserem Fahrzeug neue Federn und Dämpfer an der Hinterachse verpassen. Diese Wünsche bedurften einer gewissen Vorbereitung, d.h. Termine in den unterschiedlichen Werkstätten. Dies verlängerte unseren Aufenthalt in Adelaide gleich um mehrere Tage. Doch statt in der Stadt auszuharren, ging es wieder ins Hinterland in Richtung Barossa-Range. Diesmal konnten wir die Landschaft ohne Regen geniessen und durchstreifen viele Weinanbaugebiete. Dafür waren die Nächte bitter kalt und auf den Campgrounds war das abendliche Feuer bereits verboten; allgemeines Feuerverbot (….bei dieser Feuchtigkeit!).

Während unser Auto in den Werkstätten auf der Hebebühne stand, genossen wir kurz ein anderes Leben; Chantal erholte sich in unserer Unterkunft, ich (Tom) streifte durch die Strassen von Adelaide und war von der vorweihnachtlichen Zeit sehr überrascht. Es war anfangs November, aber ich hatte den Eindruck, dass Weihnachten bereits am übernächsten Tag folgen würde; verrückte Aussies!

Bald war auch unser Auto wieder topfit; der grosse Service sollte uns erneut eine sorgenfreie Fahrt ermöglichen und hinten sollten die härteren Federn dem Durchschlagen entgegenwirken. Mit den neuen Stossdämpfern dürften auch die Schaukelfahrten ihr Ende gefunden haben.

Schnell war das Auto wieder voll bepackt. In rund zwei Wochen sollten wir in Geelong (westlich Melbourne) am Fährhafen sein. Doch bis dorthin sind es wieder viele Kilometer und sicher mit vielen Überraschungen.