Heimweg

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Von Calais über München nach Dornach
Der Empfang in Frankreich war etwas angenehmer als die vielen Regentage auf der Insel. Die Sonne schien und auch die Temperaturen waren einiges höher. Doch von Westen her türmten sich die ersten Wolken auf; auch auf dem europäischen Festland gab es bald Feuchtigkeit von oben. Wir fragten uns gegenseitig, ob uns das schlechte Wetter irgendwie begleiten würde.

Doch am Folgetag war es erneut strahlend blau und sommerlich warm; fast zu warm. Nach den letzten Wochen genossen wir die Wärme und es war wie eine Fahrt in den Süden ans Meer. Gemütlich genossen wir unsere Rückreise durch die südwestlichen Ausläufer der Ardennen, wo viele Gräberfelder an die einstigen Gräueltaten des letzten Jahrhunderts erinnerten. Eigentlich verrückt, was die Menschheit schon alles machte und immer noch macht und dies für irgendeinen Führer, der meint, dass er es besser wisse.

Nebst wenigen Grossstädten, die wir anfuhren, konnten wir Reims nicht auslassen. Die Champagner-Degustation liessen wir trotz den vielen Angeboten in der umliegenden Gegend als auch in der Stadt aus, obwohl die Reizschwelle tief lag. Die Polizei bewegte sich omnipräsent in den Strassen umher und für ins „Röhrchen“ (Alkoholtest) zu blasen, hatten wir keine Lust.

Für das bevorstehende Wochenende wurden sehr hohe Temperaturen vorausgesagt; für uns war es dann doch plötzlich mehr als nur warm. Irgendeine sehr warme Luftmasse lag über Europa und man hatte gleich das Gefühl, dass in den nächsten Tagen die Welt schmelzen würde. Doch am Étang de la Chaussée mussten wir in aller Eile unsere Regenplane spannen; ein kräftiges Gewitter brachte viel Regen und die Abkühlung war so gross, dass wir nachts uns wieder in den warmen Decken einhüllen mussten.

Bis Metz und zur deutschen Grenze war es nur noch ein kurzes Stück und schon hatte ich (Tom) einen neuen Wunsch, da von unserer Reiseroute her und den Zeitpunkt alles perfekt passte. So überredete ich Chantal, die Fachmesse um Fernreisen und Allrad in Bad Kissingen zu besuchen und uns mit neuen Ideen inspirieren zu lassen. Zu meiner Überraschung war Chantal bald von diesem neuen Vorhaben begeistert und das dazugehörende Camp sollte noch fast mehr bieten als die Fachausstellung selbst.

Für uns war es sicherlich eine grosse Bereicherung; nebst dem Mega-Camp, wo tausendende Offroader und Weltenbummler ihr Camp aufschlugen, war auch die Ausstellung sehr informativ. Alles was für Reisende und deren Fahrzeuge weltweit angeboten wird, konnte man bei dieser Fachmesse begutachten und immer wieder staunen, dass selbst die Fahrzeuge immer grösser werden. Trotz der schier Unmengen an Dachzelten und Sonderausstattungen von kleineren bis grösseren Fahrzeugen war auch der extreme Trend zur Superlative unübersehbar; für eine Weltreise braucht man heute mindestens einen Dreiachser oder gar einen Vierachser mit 550 PS. Verrückte Welt!

Persönlich war ich (Tom) vom Camp fast mehr begeistert als von den vielen Ausrüstern. Aus fast ganz Europa waren Personen mit ihren Reisefahrzeugen angereist und hauptsächlich bei den Selbstausbauten wurden tolle Ideen verwirklicht. Bei Fragen gab es selbstverständlich gleich viele Ratschläge dazu und was noch besser zu machen wäre. Nebst den vielen tollen Fahrzeugen, die ich oder wir als richtige Reisefahrzeuge betrachteten, standen selbstverständlich auch Mega-Trucks auf den Wiesen, die vermutlich noch nie richtig im Schlamm standen. Irgendwie auch verständlich; wer setzt sein Millionenfahrzeug in den Sumpf und suhlt durch den Morast bis vom schönen Lack nichts mehr zu sehen ist.

Abends, das Besondere an diesen Camps, sitzt man bei irgendjemanden und quasselt durch die halbe Nacht hindurch. Auch wir sassen weit in die Nacht hinein mit unseren Nachbarn bei viel Wein und „Benzingesprächen“ vertieft. Zur Überraschung trafen wir ein Reisepaar aus Südamerika; die anschliessende Nacht war ebenfalls äusserst kurz. 🙂

Ab Bad Kissingen fuhren wir anschliessend fürs kommende Wochenende nach München, wo wir bereits erwartet wurden. Auch dort; ein freundliches Hallo und herzliches Willkommen. Gleichzeitig verpflichtete ich (Tom) mich noch dazu, einen Sonnenstoren auf dem Balkon zu installieren. Was ich jedoch nicht einrechnete war, dass solche Storen nicht in irgendeinem Baumarkt sofort gekauft werden können, sondern vorgängig bestellt werden müssen. Doch versprochen ist versprochen und ich wollte meine Abmachung einhalten.

So ging es zu einer Zusatzrunde ins bayrische Oberland und ins nahe Tirol. Wetterglück hatten wir erneut bei dieser alpinen Tour und eine Fahrt auf die Zugspitze reizte uns zuerst unheimlich. Doch die Lust war bei den Preisen der Bahnfahrt auf die höchste Bergspitze Deutschlands schnell verflogen. Dafür gab es noch ein paar wunderbare Alpenpässe und einen Besuch bei unserer Jeep-Werkstatt im Allgäu, bevor es erneut zurück nach München ging. In der Zwischenzeit waren die benötigten Teile für den Sonnenschutz eingetroffen und bald an der Decke befestigt. Wow, könnte auch als Storenmonteur (Tom) auf Wanderschaft gehen. 🙂

Unsere Münchner Tage waren bald gezählt und die Zeit für unsere weiteren Vorhaben drängte immer mehr. Immer schön westwärts steuerten wir den Schwarzwald an und durch diesen zu unserer Basis nach Dornach.

In rund 4 Wochen starten wir zu unserem nächsten grösseren Sprung ins ferne Ozeanien und bis dann müssen wir noch vieles erledigen. Langeweile kommt sicherlich nicht auf. 🙂