Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum….

>Bilder ganz unten!

….auf nach Australien
Als junger Mann träumte ich von einem Trip mit dem Motorrad quer durch Australien; es blieb beim Traum. Doch nun, viele Jahre später hole ich, oder wir das Versäumte nach. Zwar mussten wir uns von unserem geliebten RuGa-li für diese Zeit trennen, da eine temporäre Einfuhr für Australien fast ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Die endlosen Sandpisten der letzten Jahre sorgten für Unmengen Sandstaub in allen Ecken, die nicht mehr richtig gereinigt werden können; für eine Einfuhr in Australien eine fast unüberwindbare Hürde. Deshalb liessen wir Monate voraus durch eine Organisation in Australien ein Auto inklusiv Ausrüstung für unseren Australien-Trip besorgen. Die Referenzen waren nicht die schlechtesten und selbst der deutsche ADAC empfiehlt diese Organisation.

Ende Juli ging es dann für uns los; in ein neues Abenteuer auf der anderen Seite der Erde. Nach 2 Tagen Flug und Wartezeiten standen wir frühmorgens in Sydney und zu unserer Überraschung; es regnete ausgiebig und es war sehr frisch. Tja, willkommen in Australien mitten im Winter!

Dank Mietauto und einer heimeligen Hotelunterkunft waren die Wartetage bis zur Autoübernahme erträglich und wir besorgten bereits verschiedene kleinere und grössere Dinge, die wir benötigen werden und nicht mitnehmen konnten. Selbstverständlich zog es uns auch ins Zentrum von Sydney, wo es trotz der Regentage bei den vielen Toursitenhotspots viel Abwechslung gab.

Am 4. August war es dann soweit und wir konnten endlich unser aus der Schweiz gekauftes Auto entgegennehmen. Obwohl wir von der Organisation immer wieder Berichte und Videos erhielten, war der erste Augenschein etwas ernüchternd. Der Toyota Land Cruiser Prado, Jahrgang 2003 und bereits 217’000 Kilometer auf dem Buckel, hinterliess zwar noch einen akzeptablen Eindruck. Der 4-Liter V-6 machte ebenfalls einen ordentlichen Eindruck und unsere Bedenken des üppigen Verbrauchs wurden vom verantwortlichen Leiter von BackpackerCars gleich etwas zerstreut; das Benzin sei in Australien relativ günstig und mit rund 15 Liter auf 100 Kilometer sollte es möglich sein. Doch bei der Ausrüstung kamen bereits erste Bedenken auf, ob diese unsere Ansprüche befriedigen können. (Weiteres übers Auto und die Ausrüstung: Siehe unter «…und die Technik»)

Die weiteren Instruktionen fürs Dachzelt und die Markise waren relativ kurz und etwas mager. Gottseidank merkten wir noch, dass beim Dachzelt die Leiter fehlte und waren froh, dass wir für die kommende Nacht noch im Hotel schlafen konnten; ohne Leiter kommt man nicht ins Schlafzimmer! Und diese fehlende Leiter beschäftigte uns am kommenden Tag und sorgte für rund 150 Kilometer Autofahrt. Dachzelte hätten wir problemlos in jedem Geschäft kaufen können, doch nur eine Teleskopleiter zu einen Dachzelt war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Zwar waren die jeweiligen Verkäufer immer sehr besorgt um unser Anliegen und verwiesen uns immer zu möglichen Geschäfte, wo wir eine solche Leiter finden könnten, doch sicher war es nicht. Am späteren Nachmittag klappe es und wir hatten unsere Leiter inklusiv den richtigen Anschlusshaken. Uff, ein Problem gelöst!

Dann die erste Campingnacht im Dachzelt bei Regen und sehr frischen Temperaturen. Uns war sofort klar, dass hier noch einiges geändert werden muss. So wollten wir nicht auf unsere Australien-Tour aufbrechen. Wir gaben verschiedenes bestelltes und gekauftes Material wieder zurück und besorgten uns Alternativprodukte. Auch liessen wir am Fahrzeug eine neue hintere Stossstange montieren, wo das Ersatzrad und anderes Material von dieser getragen und nicht an der Hecktür hängen wird. brigens, die Hecktür wäre so eine Schwachstelle des Prados.

Auch die Inneneinrichtung veränderten wir nach unseren Vorstellungen und Bedürfnissen. Da wir die hintere Sitzbankreihe, d.h. die zweite Sitzbankreihe nicht ausbauen dürfen, konstruierten wir ein Regal, wo wir unsere persönlichen Sachen deponieren und dank den Regalsystem eine gewisse Ordnung haben. Hoffentlich!

Nach einer Woche Umbauarbeiten und der Wartezeit für den Umbau der Heckstossstange, war es endlich soweit; unsere Reise startete in nördlicher Richtung. Voller Freude verliessen wir den Grossraum Sydney über den Hinterausgang und waren happy, endlich wieder unterwegs zu sein. Nebst Sonnenschein war zwar der Regen ein treuer Begleiter durch diese weite Welt und im Innern der White Mountains sollte gar Schnee liegen. So blieben wir doch eher in der Küstennähe, so dass wir jederzeit in tiefere Regionen hätten ausweichen können.

Die ersten Nächte verbrachten wir in Staatswäldern und in Nationalparks und waren froh, abends ein wärmespendendes Feuer zu entfachen. Ein uns bereits bekanntes Problem war in den Nationalparks, dass man den Platz per Internet vorgängig buchen muss und so die Erlaubnis bekommt, dort zu nächtigen. Doch, obwohl ich (Tom) inzwischen eine lokale SIM-Karte für mein Handy hatte, mussten wir öfters mehrere Kilometer fahren, bis wir entsprechenden Empfang hatten und unsere Buchung tätigen konnten. Tja, auch hier wohl nichts mit spontanen Entscheidungen!

Wir waren immer noch in nördlichen Teil von New South Wales unterwegs und bereits viele Kilometer vom Grossraum Sydney entfernt. Doch das nahende Wochenende bemerkten wir am zunehmenden Freizeitverkehr mit allen möglichen Fahrzeugen und Campanhängern. Anscheinend geniessen die Australier jede freie Minute um hinaus in die Natur zu fahren und irgendwo zu campen. Das Wetter spielt anscheinend bei ihnen eher eine untergeordnete Rolle, da es für all erdenklichen Wettersituationen die entsprechende Ausrüstung gibt. So findet man selbst in kleineren Orten gleich mehrere Anbieter von Offroad- und Campingausrüstungen, die vermutlich selbst die US-Amerikaner erblassen lässt.

Es war wieder ein Regentag und nach einer längeren Fahrt auf einem Waldweg huschte ein rotes Schild am Wegrand vorbei. Wird wohl nicht wichtiges sein; so halb in den Büschen versteckt und der Weg war in unseren Augen eine offizielle Verbindung. Erst beim rückliegenden Schild auf der anderen Seite des «gesperrten» Gebietes studierten wir einmal die genaue Anordnung und waren gleich etwas irritiert. Das gerade durchquerte Gebiet wurde für ein Holzunternehmen gleich für mehrere Monate gesperrt und bei Widerhandlung mit einer empfindlichen Geldbusse gedroht. Eine mögliche Umfahrung des Holzschlaggebietes wurde jedoch nicht aufgezeigt und hätte, bei genauer Befolgung, für uns gleich eine dreistellige Rück- und Umweg Fahrt ergeben.

Inzwischen trafen wir in Queensland, dem nächsten Bundesstaat ein. Doch beim «Sunshine State» von Down Under wurden wir nicht von Sonne, sondern von viel Regen begrüsst. Übrigens, vor wenigen Tagen sollte, gemäss den Meteo-News, in gewissen Regionen von Queensland Schnee gefallen sein; eine absolute Seltenheit. Leider durften wir diese weisse Pracht nicht mehr erleben. Dafür die erste Nacht auf einer Farm, wo das junge Paar über ihren ersten Besuch sehr erstaunt waren, da keine Reservation vorlag. Vielleicht sind wir einfach zu spontan!? Die Hausherrin wollte mir noch das entsprechende App in meinem Telefon installieren. Trotz der lokalen SIM-Karte merkt das System jedoch, dass mein Mobilgerät aus Europa stammt und verweigerte die Installation.

Über abenteuerliche Wege und einem speziellen Camp im Buschland erreichten wir die Hektik der Grossstadt Brisbane und wie war es; viel Regen und ein Verkehrsgewühl, als würden wir während der Rushhour durch New York fahren. Der Hektik kehrten wir bald den Rücken und selbst die gross angekündigte China-Town konnte uns nicht für ein längeres Verweilen motivieren. Wir wollten einfach raus aus dem Chaos und weiter nordwärts, in der Hoffnung, dass doch noch irgendwo die Sonne scheinen würde.

Unser Wunsch wurde bald erfüllt; die Sonne war immer länger am Himmel zu sehen und die Regenwolken eher seltener. Die Reiselaune kehrte wieder zurück und voller Freude erkundeten wir Orte, die wir bei Regen sicher nicht aufgesucht hätten. Auch quälten wir unseren Toyota über Wege, für die eigentlich ein anderes Fahrzeug nötig gewesen wäre, aber es passte ausgezeichnet und ich (Tom) war erneut erstaunt, was diese Limousine so alles kann.

Nördlich von Gympie liessen wir uns auf einem Campingplatz gleich für mehrere Tage nieder, da noch gewisse Änderungen und Ergänzungen am Fahrzeug anstanden. Wir kauften auch eine grössere Gasflasche, so dass wir nicht noch länger mit den vielen kleinen Gaskartuschen die australischen Müllhalden vergrössern werden. Für den weiteren Trip mussten noch Wasserbehälter und ein Jack (Hi-Lift) montiert werden. Jedenfalls gab es viele Kleinigkeiten zu erledigen. Auch die Planung nach Fraser Island (K’Gari) musste genau vorbereitet werden; da diese Insel ein Nationalpark ist, müssen im Voraus alle Camps reserviert und bezahlt werden. Für Auto benötigt man ebenfalls eine Bewilligung, so dass man bedenkenlos durchs Naturschutzgebiet düsen darf. Tja, andere Länder andere Sitten!
Morgens geht’s los; auf die Insel und – für die nächsten Tage soll die Sonne scheinen. 😊