>Bilder ganz unten!
….und wieder in einer Warteschlaufe
Nach dem Service bei Backpacker Cars in Perth starteten wir mit neuem Elan in nördlicher Richtung. Obwohl die Mängelliste an unserem Toyota wieder etwas länger war, vertrauten wir dem Mechaniker, dass für die nächsten 10’000Km alles bestens sei und die Kleinigkeiten eher nebensächlich seien. Wir checkten noch die Wetterprognosen und hofften, dass es nicht so warm werden würde, wie dies in der Zweiwochenprognose dargestellt wurde.
Wir folgten mehrheitlich dem indischen Ozean und machten immer wieder weite Abstecher ins Landesinnere. Doch bei den australischen Verhältnissen waren die hundert oder zweihundert Kilometer eher ein Klags auf der Landkarte. So ging es jedenfalls gemütlich nordwärts; einmal suchten wir in den Dünen einen Schlafplatz, bei der folgenden Nacht fanden wir irgendwo im Innern ein lauschiges Plätzchen. Eigentlich hätten wir immer wunderbare Orte gefunden; doch: Nicht nur die Wärme machte uns zu schaffen, sondern die allgegenwärtigen Busch- und «Marchflies», eine Art übergrosse Bremse, liessen unsere Abende öfters im Chaos und Flucherei versinken.
Es war nicht gerade die beste Zeit für eine Reise in den Norden, doch die vielen Wohnmobile und Mietvans liessen uns nur erahnen, wie es während der Hochsaison zu und her gehen könnte. Bei den «Pinnacles» wählten wir absichtlich eine spätere Tageszeit und hofften, nebst guten Lichtverhältnissen auf einen ruhigen Besuch. Doch Fehlanzeige; im Schritttempo tuckerten wir über den Parkweg als hätten wir Rushhour. Dafür standen die Felszacken teilweise in wunderbarem Sonnenlicht und mit etwas Geduld waren auch die Touristen vom Stein weg.
An diesem Abend fuhren wir auch einen Platz an, der in den Dünen versteckt war und eine wunderbare Sicht aufs Meer ermöglichte. Dank dem Wind hatten wir keine abendlichen Biester um uns herum. Mit tausenden Sternen und der Meeresbrandung ging es spät abends unter die Decke. Durch die Nacht hindurch setzte sich viel Tau und Feuchtigkeit an unserem Auto fest. Der morgendliche Schreck war jedenfalls gross; tausende Wildbienen bevölkerte unser Auto und labte die Feuchtigkeit vom Auto und der Ausrüstung weg. Das Gesumme war trotz der friedlichen Bienen irgendwie sehr furchteinflössend. Fürs Frühstück suchten wir einen anderen und etwas sicheren Platz auf.
Abgelegen von der Küste fand ich Buschland noch einen Nationalpark mit einer speziellen Höhle, die man in der Trockenzeit begehen kann. Der Entschluss war schnell gefasst, die Luft in den Reifen erneut abgesenkt und schon wühlten wir uns über die Sandpiste dem Nationalpark entgegen. Dank der neuen Stirnlampe war auch die Wanderung unter der Erdoberfläche möglich und infolge der angenehmen Temperaturen beging ich (Tom) die Höhle, bzw. den unterirdischen Wasserlauf gleich zweimal.
Die nächsten angefahrenen Punkte im Landesinnern entpuppten sich eher als Unsinn und Chantal lachte mich erneut aus; typisch Australien. Dafür bot die Gegend um Kalbarri erneut viele touristischen Hotspots, die man einfach anfahren und gesehen haben muss. Die Fusswege, weit bis sehr weit, lohnten sich fast immer. Nordöstlich von Kalbarri liegen die Murchison River Gorge und dort wollten wir auch unbedingt hin. Für Wanderungen oder nur kurze Fusswege waren wir bereits zu spät unterwegs. Die Ranger schlossen bei den bekannten Orten bereits die Wege, da es viel zu warm war und das Bussgeld stand gleich auf dem Schild, falls man sich trotzdem durchschleichen würde. Bei weniger begehrten und natürlichen Highlights konnte man, trotz der Hitze, ohne Einschränkungen loswandern.
Ja, es wurde von Tag zu Tag wärmer. Vermutlich lagen die Langzeitprognosen doch richtig und bereits um die Mittagszeit konnte die Klimaanlage unseres Autos nicht mehr richtig kühlen; 46° Aussentemperatur! Für uns war klar, dass wir jetzt in der Nähe des Meers bleiben werden und die Francois Peron- als auch die Cararang-Halbinseln boten sich ideal für unseren Besuch an. Der kräftige Südwind brachte eine gewisse Erfrischung und die Abende konnten wir ohne die lästigen Fliegen geniessen. Bei der Cararang-Halbinsel nächtigten wir an dem westlichsten Punkt des australischen Festlandes und nebst dieser einmaligen Lage hatten wir erneut eine Maus als Mitbewohnerin im Auto. Vermutlich hatte sich unsere Erfahrung aus Mexiko herumgesprochen und wir deswegen keine Mäuse umbringen. 😊
Nach dem Halbinselabenteuer kehrten wir zurück zum North West Costal Highway und suchten in der weiten Buschlandschaft einen Schlafplatz. Das Auffinden eines geeigneten Platzes war kein Problem, doch was wir komplett Unterschätzten war die grosse Wärme. Die Sonne stand schon tief und das Thermometer zeigte immer noch 45°C. Zusätzlich machten uns die Buschfliegen fast verrückt und erst bei absoluter Dunkelheit war es mit der Summerei vorbei. Die Nacht verbrachten wir schwitzend im Dachzelt und morgens, nach dem Sonnenaufgang warteten bereits die Fliegen auf der Aussenseite des Moskitonetzes.
Erneut konsultierten wir die Wetterprognose und Wärmewerte. Die angezeigten Daten waren mehr als nur angenehm. Das Thermometer sollte in den nächsten Tagen die 50°-Marke knacken und ganz im Norden von Westaustralien sind viele Strassen infolge der ausgiebigen Monsunregenfällen gesperrt. Wir hörten auch, dass in gewissen Gegenden Krokodile (Saltis) durch die Ortschaften schwimmen. Für die Aussies anscheinend ein jährliches Ereignis, für uns aber Alarm «rot». Unser Entschluss war bald klar, dass wir wieder südwärts fahren; an der Südküste sollte es angenehm warm sein und Ende März wird es für die Fahrt in den Norden wohl wieder angenehmer sein.
Mit einem unglaublichen Tempo und sehr direktem Weg steuerten wir zurück an die Südküste. Zwar waren unsere Tagesfahrleistungen für viele Australienreisende fast normal; für uns waren es unheimlich weite Distanzen, die wir an jedem einzelnen Tag zurücklegten. Dafür wurden wir an der Südküste temperaturmässig nicht enttäuscht. Angenehme Tagestemperaturen und der frische Wind sorgten dafür, dass wir nicht gleich von den lästigen Fliegen umschwärmt wurden. Tagsüber war es angenehm, doch nachts wurde es sehr frisch und wir mussten erneut eine zusätzliche Decke gebrauchen um nicht gleich fröstelnd dem Morgen entgegen zu ersehnen.
Bei der zügigen Fahrt in den Süden machte sich an unserem Toyota ein bemängeltes Problem immer mehr bemerkbar. Die beanstandeten Kugelköpfe an der Lenkung litten vermutlich bei unseren Offroadabenteuer erneut und auf einer geraden Strasse muss der Geradeauslauf immer korrigiert werden. So entschlossen wir uns, BackpackerCars in Perth erneut anzufahren und dieses Problem beheben zu lassen. Bis zum Werkstatttermin mussten wir erneut ein paar Tage in die «Warteschlaufe» gehen. Wir hoffen auch, dass dies die letzte Reparatur sein wird und keine weiteren Mängel zum Vorschein kommen.
Beim Rückweg vom Süden nach Perth genossen wir noch viele kleine und grössere Umwege durch die wilde Umgebung vor der grossen Metropole; wir waren ja immer noch in der Warteschlaufe für unseren Werkstatttermin. Und, wie es bei Tom’s Routenwahl des öfters passiert – der Weg wurde immer enger und das Unterholz ragte von links und rechts in unserem Fahrweg. Nach einer engen Durchfahrt huschten unzählige kleine Tierchen über unsere Windschutzscheibe. Diese Winzlinge sahen eigentlich recht niedlich und süss aus. Doch als Chantal die Beine zählte war es aus mit der Freude; unzählige Weihnachtsspinnen (Juwelen Spinne/Austracantha Minax) krabbelten über unsere Scheibe und verkrochen sich in die vielen Ecken unseres Autos. Das Entfernen der vielen Spinnen dauerte einige Zeit und die vorbeifahrenden Aussies schauten unserem Treiben sehr verwundert zu.
Trotz des tierischen Abenteuers und den Ärger um unseren mobilen Untersatz bot sich der Aufenthalt im Grossraum Perth für weitere angenehmen Dinge des Lebens an; baden im Meer, nichts tun und ausschlafen im Bungalow. Natürlich gab es auch andere Dinge zum Erledigen; z.B. Wäsche waschen und vieles mehr.
Und wie bereits erwähnt; die Warteschlaufe verschob unser Abstecher nach Darwin um einen Monat und somit könnten wir wieder etwas angenehmere Temperaturen weiter nördlich erleben und irgendeinmal nach Ostern sollten auch weniger Fliegen unterwegs sein. Hoffentlich!
Chantal und Tom/März 2026






































































































































