Category: Reiseberichte

Den Elementen ausgeliefert…

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….zurück zum östlichen Island
Die isländische Lage mitten im Atlantik hat einen grossen Einfluss auf das Wettergeschehen. Bei Sonnenschein kann innert wenigen Minuten ein Sturm aufziehen und Wassermengen vom Himmel fallen, von denen andere nur träumen können. Schneefall kann jederzeit möglich sein. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein; nach Starkregen kann die Sonnen hinter irgendeinem Gipfel hervor lachen, als wäre nichts gewesen. Wird ein Wetteralarm ausgegeben, so merkt man dies sofort; kein Isländer geht aus dem Haus, wenn es nicht unbedingt notwendig ist; …ausser die Touristen kurven noch im Land herum! Weiterlesen

Der „goldene Esel“…

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…im südwestlichen Island unterwegs.
In der südwestlichen Ecke von Island wohnen die meisten Bewohner und hier reisen vermutlich ebenso der grösste Teil der Besucher durchs Land. Der Trumpf dieses Landesteil liegt fast auf der Hand: Hier sieht man eigentlich fast alles, was Island so speziell macht. Nebst aktiven Vulkanen, gibt es Gletscher, eine fast unzählbare Menge an Wasserfällen und Landschaften, als sei die Erde vor wenigen Stunden erschaffen worden. Die Isländer verstehen das goldene Geschäft mit dem Tourismus: Alles ist hier etwas teurer als in den anderen Landesteilen und für vieles fällt irgendeine Gebühr an. Dafür stehen wirklich überall Informationstafeln in verschiedenen Sprachen und es wird nichts dem Zufall überlassen. Eigentlich wahnsinnig, was so wenig Einwohner für ihre Gäste machen und organisieren. Weiterlesen

Einsamkeit…

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….erneut im Hochland und im Nordwesten (Westfjorde) von Island
Die Nordküste als auch die Westfjorde sind sehr dünn besiedelte Gebiete. An den Küstenstreifen und in den langgezogenen Tälern wird Schaf- und Pferdezucht betrieben und wenige Milchbauern runden das Bild ab. In den wenigen Orten an der Küste dreht sich alles um den Fischfang, oder was von der ganzen Fischerei übrig geblieben ist. Die Fischerei muss hier in einer tiefen Krise stecken und ein gewaltiger Umwandlungsprozess lässt in den ländlichen Küstenorte tiefe Spuren hinter sich. Aber auch bei den Bauern macht sich der Preiszerfall für ihre Erzeugnisse bemerkbar und die Kostenschere öffnet sich immer mehr zu Ungunsten der Produzenten. Nebst viele ehemalige Fischereibetriebe zerfallen auch unzählige Bauernhöfe oder stehen kurz vor der Aufgabe.

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Feuer und Eis…

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…hurra, wir sind in Island

Erdgeschichtlich ist Island eine recht junge Insel, und erst seit etwas mehr als 1500 Jahren sind dort menschliche Spuren zu finden. Heute leben auf dieser Insel, die in der Fläche etwa 2½ Mal der Schweiz entspricht, rund 350‘000 Einwohner, wobei der grösste Teil in der südwestlichen Ecke zu Hause ist. Daher ist Island auch eines der dünnst besiedelten Gebiete der Erde und es gibt riesige Landstriche, wo wirklich keine Menschenseele zu finden ist. Die verschiedenen vulkanischen Tätigkeiten, aber auch das Auseinanderdriften der europäischen und amerikanischen Kontinentalplatte lassen uns Menschen immer wieder erstaunen, was hier unmittelbar unter der Erde vor sich geht und schon für ein paar Überraschungen sorgte. Weiterlesen

Auf nach Island

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Es war schon etwas ärgerlich als mich (Tom) eine Magen-Darmgrippe einen Tag vor unserer Abreise ins Bett legte. Obwohl alles bereit war, müssen in der Regel vor einer Abreise noch viele Kleinigkeiten erledigt werden, die man vorher kaum tun kann oder vergessen wurden. So musste schlussendlich Chantal die schweren Gepäckstücke zum Jeep schleppen und in diesem verstauen, während ich gekrümmt im Bett lag und auf schnelle Besserung hoffte. Da wir uns für die Reise nach Hamburg für den Autoreisezug entschieden hatten, war ein anderer Abreisetag nicht möglich und so ging es – Chantal mit ihrem leblosen Mann – auf eine kurze Abschiedstour. Der Jeep war im Lörracher Güterbahnhof schnell oben auf dem Transportwagen und ich (Tom) noch schneller im Schlafwagenabteil in der Horizontalen. Weiterlesen

Tour de Suisse…

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….einmal um unser Land!
Anfangs Mai war es endlich wieder soweit; wir starteten erneut durch. Nein, nicht auf die grosse Runde um die Welt. Pandemiebedingt durften wir weiterhin nur kleine Sprünge wagen. Doch nach fünfeinhalb Monaten im Asyl war für uns jede noch so kleine Tour eine gewisse Erlösung vom Stillstand. Zumal wir alle neue verbauten Teile testen wollten und herausfinden, wo wir noch eine kleine Verbesserung hinzufügen könnten. Weiterlesen

Standby….

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….oder war es ein verlängerter Winterschlaf? Bei unserer Rückkehr kurz vor Weihnachten (2020) waren wir voller Zuversicht, dass der ganze Corona-Spuck bald vorbei sein würde. Zwar legte die zweite Infektionswelle bereits wieder vieles still und versetzte das menschliche Zusammensein in einen Kriechgang.

Bei unserer Rückkehr aus dem südlichen Europa hatte ich mir (Tom) einiges vorgenommen und als Schneesportfan träumte ich bereits von vielen Schneesportlagern, wo ich mich als Jugendleiter einsetzen lassen wollte. Dass diese Lager bereits schon seit längerer Zeit abgesagt wurden, zog ich vorgängig kaum in Betracht und war, beim Durchstöbern von irgendwelchen Suchanfragen von Schneesportleitern, leicht enttäuscht. Somit verabschiedete sich meine Wintersaison noch bevor sie begonnen hatte. Unser Reisebudget erlaubte mir, ohne auf irgendeine Einnahmequelle zurück zu greifen, keine Neuanschaffung einer kompletten Wintersportausrüstung.

So begnügte ich mich mit Wanderungen in der näheren Umgebung und wenigen Biketouren. Nebst den Trekkingschuhen stand mir noch mein altes Bike zur Verfügung, so dass mir bei schönem Wetter doch ein paar wunderbare Touren durch den winterlichen Jura gegönnt waren. Leider versagte mein alt geliebtes Bike kurz nach Ostern seinen weiteren Dienst und mit gebrochener Kettenstrebe lassen sich keine weiteren Ausflüge durchführen. So wurde ich definitiv zum Wanderer.

Für unseren Jeep hatten wir uns bereits wieder ein paar weitere Anpassungen und Änderungen vorgenommen. Bei unserer Rückkehr stand der, als Schnäppchen gekaufte Reserveradträger bereits in der Werkstatt bei meiner Mutter zur Montage bereit. Das bestehende Reserverad ist für den Originalträger an der Hecktür einfach zu schwer und diese Belastung verursachte immer wieder Probleme mit dem Schliessmechanismus der Türe. Nebst weiteren kleineren Reparaturen am Camping-Kit planten wir ebenfalls den Wechsel der Markise vom Aufstelldach. Die bald dreijährige Nutzung hinterliess Spuren am Zeltstoff und durch den Abrieb war es nicht mehr überall komplett dicht.

Während sich Chantal ihren medizinischen Problemen und Abklärungen widmete, vertiefte ich mein Können in der Planung der Rahmenverlängerung unseres Grundfahrzeuges, so dass wir den neuen Reserveradträger entsprechend montieren konnten. Die technischen Zeichnungen waren bald erstellt, doch schon bereitete uns die Materialbeschaffung eine weitere Hürde; Klein- und Privatkunden werden von den Händlern nur ungern oder gar nicht beliefert. Schlussendlich halfen frühere Beziehungen weiter. Zwar standen für uns manchmal nicht nachvollziehbare Aufschläge für die Kleinbezüge in Rechnung, aber meinem Werk der Rahmenverlängerung konnten sie nichts mehr anhaben. Unter andern benötigte ich 20 Schrauben einer gewissen Grösse und Festigkeit und musste zähneknirschend das Paket mit 100 Schrauben akzeptieren.

Dass solche Bastelarbeiten, die exakt für ein bestehendes Produkt konstruiert werden müssen, oft Lehrgeld kosten sollte fast selbstredend sein. Bei einem falsch zusammen geschweissten Teil bedeutet dies oft nur noch die Entsorgung in der Schrotttone. Trotz den Fehlern während der ganzen Konstruktion um die neue Aufhängung am Autoheck machte mir die ganze Arbeit viel Spass, und ich war fast etwas enttäuscht als die Arbeiten erfolgreich beendet waren. Die weiteren Kleinarbeiten verzettelten mich zeitlich und immer wieder standen nach der Lösung eines Problems zwei weitere an; oder noch grössere, die ebenfalls gelöst werden mussten. Doch Zeit hatte ich mehr als genug, den die Restriktionen um die Corona-Pandemie schienen nicht aufzuhören und von der Obrigkeit folgten eine Vertröstung nach der anderen. Für Reisen wahrlich ein schlechter Zeitpunkt!

So widmete ich mich einem ganz neuen Experiment und versuchte es in der Baumpflege. Schon bei meinen Wanderungen rund um Aesch begutachtet ich immer wieder die unterschiedlichen Baumschnitte und wie geschnitten wurde. In unserer Erbgemeinschaft befindet sich noch ein Stück Land, auf welchem Kirsch- und Apfelbäume stehen, und ihre letzte Pflege lag schon über fünfzehn Jahre zurück. Mutig schritt ich zur Tat und lichtete die Bäume stark aus, schnitt das tote Holz komplett heraus und verkleinerte das Aussehen sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Die zukünftigen Fruchterträge spielten eine untergeordnete Rolle, da wir diese alten Bäume nicht mit chemischen Mitteln behandeln wollen und somit kaum Top-Früchte ernten können. Jedenfalls bin ich gespannt, wie sich die Bäume nach meinem Schnitt wieder vitalisieren und ob sie und noch für ein paar Jahre mit ihrer Blütenpracht erfreuen werden. Zusätzlich werden sie sicher noch ein paar Kilo CO² binden und den schlechten ökologischen Fussabdruck unseres mobilen Heims verringern.

Auf Ostern hin wurden in vielen Ländern die Restriktionen erneut verschärft, und die Behörden hatten vor einer dritten Krankheitswelle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen riesen Respekt. Da waren die schweizerischen Massnahmen in Bezug auf das ausländische Umfeld gerade harmlos und erlaubten uns relativ grosse Freiheiten. Doch diese schweizerische Lockerheit hatte auch seinen Preis: Kaum bei jemanden zu Besuch, schon meldete sich der kantonale Krisenstab und auferlegte mir eine zehntägige Quarantäne. So schnell kann es manchmal gehen, schon steht man mitten im Geschehen und ist gefangen im eigenen Zimmer mit äusserst kurzem Auslauf.
….übrigens, mein zweiter Geburtstag in Quarantäne! Na dann; prost und alles Gute für die weiteren Vorhaben.

Auffahrt und Pfingsten war in Mitteleuropa eher eine feuchte Angelegenheit und für Ausflüge kreuz und quer durch die Schweiz eher unpassend. Die warme und trockene Stube in Alain’s Wohnung zogen wir den nassen Camps vor, zumal die Temperaturen wieder sanken und ab 1300 Meter Schnee fiel.

Noch vor Pfingsten ging es für uns beide bald einmal zur ersten Corona-Impfung, gefolgt von der zweiten Impfung und wir hofften, dass dank diesem Impfstoff in den Blutbahnen, unser Abenteuer bald einmal weiter gehen kann. Doch, weit gefehlt, die behördlichen Mühlen mahlen zeitweise sehr langsam, neu Varianten und Erkenntnisse tauchten auf und erneut war viel Geduld gefragt. Wir planten auch sehr viel an neuen Reisezielen und mussten immer wieder „klein beigeben“; es gab einfach keine Sicherheit irgendetwas ausserhalb Mitteleuropa zu planen. Für Individualtouristen steht die Welt beinahe still!

Tja, wir wären eigentlich bereit – der Jeep gepackt und wir in den „Startlöchern“.

Heimweg ins Asyl

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Nach der letzten Nacht unter Wildschweinen auf spanischen Boden folgte noch ein Übergang, der uns nach Portbou/Spanien brachte. Mit grosser Angespanntheit stiegen wir hinauf zum Grenzpass „Coll dels Belitres“, wo wir eine Grosskontrolle und viele Beamte erwarteten. Chantal war auch bereit, die ganze Konversation mit den Beamten zu führen, da sie der französischen Sprache viel besser mächtig ist als ich. Weiterlesen

Kapitulation!

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Ja, wir kapitulieren – vorerst! Corona zwang uns in die Knie.
Schon in Portugal war es klar; wir gehen nach Hause. Ein weiteres Ausharren war nicht unser Ding und in drei Monaten hätten wir diesen Weg – so oder so – eingeschlagen. Lange wussten wir jedoch nicht, welchen Weg wir wählen konnten und wie schnell unsere Reise nach Norden gehen würde. Weiterlesen