Alle Artikel von Thomas Kaiser

Auf nach Argentinien

>Fotos ganz unten!

Lange mussten wir uns gedulden; nun war endlich der Tag gekommen, wo wir uns von all den Familienangehörigen und Freunden für eine längere Zeit verabschieden mussten. Für uns persönlich bewegte sich endlich wieder einmal etwas „handfestes“ und das nächste grosse Abenteuer war in Griffnähe. Nach über 4 Jahren auf „eigene Faust“ unterwegs, werden wir uns einer geführten Gruppe durch Südamerika anschliessen und so die Panamericana erleben. Die Sicherheit einer Gruppe zogen wir diesmal dem absoluten Nervenkitzel vor. Nach den beiden Jahren mit Covid betrachten wir einiges etwas nüchtern und möchten nicht der Willkür der Behörden irgendwo alleine ausgesetzt sein. Weiterlesen

…und die liebe Technik

(Die Infos sind fortlaufend aufgeführt und enthalten z.T. sehr interessante Details. Einfach durch scrollen für mehr Details.)

August und September 2022

Reparaturen und Wartungen

Ende August wurde unser Jeep bei Allrad Pauli in Buchloe – einem Spezialisten für Jeep Wrangler – auf Herz und Nieren überprüft. Schlussendlich muss unser mobiles Zuhause nicht nur die schweizerische technische Kontrolle bestehen, sondern auch die nächsten x-tausend Kilometer ohne grösseren Probleme in Südamerika meistern. Jedenfalls hinterliessen die rund 85‘000 Kilometer über „Stock und Stein“ ihre Spuren und wir schonten das vollbeladene Auto nicht immer.

Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:

  • Periodischer Service, d.h. Wechsel aller Öle und Filter
  • Reinigung der Injektoren (Motor).
  • Bremsbeläge ersetzt.
  • Flachriemen am Motor und den dazugehörigen Riemenspanner ersetzt.
  • Die Schubstange der Lenkung ersetzt, da die Lager zu viel Spiel aufwiesen.

Die dauernde Überhitzung des Getriebes wurde ebenfalls näher untersucht. Peter Pauli schlug uns den Wechsel des Getriebes vor. In Südamerika müssen wir uns auf eine funktionierende Technik verlassen können. Eine Reparatur des Getriebes würde nur unsere Reise behindern und unter Umständen das Aus bedeuten, da vermutlich in Südamerika keine Ersatzgetriebe für unseren Jeep verfügbar sein könnte. Die gespeichert alte Störung war selbst für den Profi ein Rätsel und kann nichts Gutes verheissen.
Zwar wird das Getriebe nicht gegen ein 8-Gang-Automatikgetriebe ersetzt – wäre wirklich das „Nonplusultra“ – doch ein revidiertes und verstärktes 5-Gang-Getriebe wird uns sicher und zuverlässig weiter dienen.
Jedenfalls vereinbarten wir ein Termin für den Wechsel des Getriebes.

 

Kaum zu Hause und von Covid-19 erholt, ging es nach Thun zu Offroad Böhlen. Als OME-Vertreter nahm er sich unserm Fahrwerk an. Wie oben schon erwähnt, liessen die vielen Kilometer abseits der Landstrasse ihre Spuren zurück und unsere „Fuhre“ glich bald einem Schaukelpferd als einem gut gedämpften Auto.

Die Vorbereitungen für die periodisch technische Überprüfung (MFK) umfassten auch neue Reifen. Ebenfalls musste die Windschutzscheibe getauscht werden. Ein Stein eines entgegenkommenden LKWs verpasste unserer im Frühjahr getauschten Scheibe erneut ein grösseres Loch am äusseren Glas, was bei einer Fahrzeugüberprüfung nicht toleriert wird. Bei den weiteren Vorbereitungen kamen noch diverse Kleinigkeiten zum Vorschein und mussten ersetzt werden.

Folgende Arbeiten wurden erledigt:

  • Fahrwerküberprüfung und Ersatz defekter Teile (Spurstange).
  • Achsaufschläger ersetzt.
  • Alle Dämpfer und den Lenkdämpfer ersetzt.
  • Hinten neue und stärkere Federn eingebaut, die besser für das Gewicht abgestimmt sind.
  • Periodische Fahrzeugüberprüfung (MFK) durch die kantonale Behörde.

Auf den gewünschten Zusatztank mussten wir leider verzichten, da dieser momentan nicht zur Verfügung stand.

„Alle guten Dinge sind drei!“ …und schon ging es wieder zu Allrad Pauli, wo unserem Jeep ein neues Getriebe eingebaut wurde. Das eingebaute Automatikgetriebe wurde bei 90‘000 Kilometer auf Anraten meines Vertragshändler in Basel gewartet, d.h. alle Filter gewechselt, gespült und mit neuem Öl befüllt. Ab dieser Wartung – vermutlich eher ein Zufall – machte uns das Getriebe immer mehr Sorgen und die Schaltvorgänge wurden infolge sehr hoher Öltemperatur nicht mehr ausgeführt. Erst nach einer längeren Abkühlung erfolgte wieder eine entsprechende Funktion. Das Öl, das erst rund 15‘000 Kilometer im Getriebe war, roch sehr stark nach überhitztem und „verbranntem“ Öl.

Peter Pauli war der Überzeugung, dass die Ursache dieses Problems bei der schlechten Fertigungsqualität des amerikanischen Getriebeproduzenten liegen könnte. Die Ursache kann aber erst bei der Zerlegung des Getriebes mit Bestimmtheit ermittelt werden. Die Störungsanzeige könnte ein Indiz dafür sein.

Das Ersatzgetriebe wurde generalüberholt und verschiedene Bauteile sind, gegenüber der Originalgetriebe, verstärkt. So sollte bei anspruchsvollem Offroaden gewisse Teile im Innern des Getriebes nicht an ihr Leistungslimit kommen.

Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:

  • Ersatz des 5-Gang-Automatikgetriebes durch ein revidiertes und verstärktes Getriebe.
  • Spülung des Ölkühlers.
  • Falsch gestellte Schraubenfedern an der Hinterachse richtig gedreht (Bauchten nach hinten!).
  • Die fahrzeugseitige Aufnahme der Dämpfer an der Hinterachse um ein paar Zentimeter verlängert, so dass diese bei Leerfahrten nicht gleich maximal ausgefahren werden.

 

Auf der Motorhaube vorne wurde auf meinen Wunsch hin noch eine Trittstufe montiert, so dass wir besser unser Dachgepäck erreichen. Mit verschiedenen Ersatzteilen im Gepäck ging es wieder zurück in die Schweiz.

 

Bevor der Jeep nach Hamburg überführt wurde, musste bei der Mittelkonsole der Bürstenabstreifer von der Handbremse wieder richtig montiert werden. Wer das Ding abriss und anschliessend nur in die Aussparung steckte ist allen Beteiligten ein Rätsel.

Um die Mittelkonsole für zukünftige Arbeiten besser demontieren zu können, teilte ich diese in zwei Teile auf, so dass diese ohne grösseren Probleme de- und montiert werden kann. Die Abstreifbürste beim Handbremsgriff befindet sich wieder am vorgesehenen Ort und hält vermutlich besser als in der Originalversion.
Zusätzlich montierte ich aussen an der Konsole noch eine weitere USB-Steckdose, so dass weitere Geräte entsprechend angeschlossen und mit Energie versorgt werden können.

Bei der Montage des Ersatzgetriebes wurde vermutlich der exakten Position des Schalthebels zu wenig Beachtung geschenkt. Die Tiptronic des Getriebes kann momentan nicht richtig bedient werden.
Da der Jeep unmittelbar nach der Rückkehr aus dem Bayrischen nach Hamburg überführt wurde, wird diese Feineinstellung in Südamerika ausgeführt.

Umbauten, Änderungen und Reparaturen; Mai u. Juni 2022

>Fotos bei den jeweiligen Abschnitten!

Reparatur: Unsere Gazell-Kabine, die aus Polyester besteht, trennte sich im vorderen Teil, d.h. bei den Scharnieren des Aufstelldaches, immer mehr auf. Als Folge hatten wir bei Regen immer mehr Wasser in der Fahrerkabine. Weiterlesen

Heimaturlaub

>Bilder ganz unten!

Ende April, d.h. bei unserer Heimfahrt von Spanien in die Schweiz planten wir schon sehr gezielt an unserer Weiterreise nach Irland und England. Beim kurzen Aufenthalt in der Schweiz waren noch gewisse Arbeiten und Änderungen am Wohnteil unseres Campers vorgesehen. Die kurze Zeit hätte dafür gut gereicht. Mit viel Zuversicht steuerten wir unser temporäres Domizil in Alains WG an. Doch es kam einiges anders als gewünscht: Weiterlesen

Endspurt nach Hause

>Bilder ganz unten!

Madrid – Andorra – Frankreich – Schweiz
Den letzten Abend in Madrid genossen wir bei einem feinen Wein, zeichneten erneut eine gerade Linie auf die elektronische Landkarte in Richtung Andorra und träumten schon von den weiteren erlebnisreichen Wegen und Pisten abseits der Asphaltbänder. Andere fahren möglichst auf dem schnellsten Weg, wir werden den geradesten Weg suchen und so in etwas unbekanntere Gebiete vorstossen. Weiterlesen

Auf dem Nachhauseweg…

>Bilder ganz unten!

….vom Huelva über Portugal nach Madrid
Das Aprilwetter hatte uns beim Anlegen der Fähre bereits eingeholt; die Wolken hingen tief, und vereinzelte Regentropfen klatschten auf die Windschutzscheibe. Tja, dann wird wohl nichts mit angenehmer Wärme und Sonnenschein im südlichen Spanien und Portugal. Obwohl die Wetterprognosen eher feuchte Tage ankündigten, wagten wir unsere Fahrt „querfeldein“ in Richtung Portugal. Weiterlesen

La Palma

>Bilder ganz unten!

Diese Insel, weit draussen im Atlantik, ist die Grünste aller kanarischen Inseln. Im Norden liegen üppige Wälder, die sich weit hinauf ins Gebirge ziehen, der Süden ist hingegen trocken und die vulkanische Tätigkeit ist bis in die heutigen Tage aktiv. 2021 wurde ein ganzer Landstrich, ein Dorf mit seiner Agglomeration und ausgedehnte Bananenkulturen westlich des „Cumbre Vieja“ unter Lava und Asche begraben.
Früher, d.h. zu Zeiten nach der Entdeckung von Amerika war La Palma ein bedeutender Ort, und die kanarischen Kiefern lieferten obendrein noch das beste Holz für den Schiffbau. Der Handel, besondere Gesetze im Zusammenhang mit der Atlantiküberquerung und der frühere Zuckerrohranbau brachte der Inseln und seinen Bewohnern beachtlichen Reichtum, den man noch heute in Santa Cruz de la Palma und anderen Orten erleben kann.
Heute geht es auf La Palma etwas ruhiger zu und her als zur Zeit der grossen Entdeckungsfahrten. Da es kaum Strände mit Massentourismus gibt, findet man schnell seine Ruhe auf dem weitläufigen Wanderwegnetz oder kann sich auf irgendeiner Forststrasse verirren.

Weiterlesen

WC-Geschichten

Ein spanisches Phänomen – oder ist dies in allen südlichen Ländern zu finden?
Tja, wir wissen es nicht genau, doch in Spanien und seinen Inseln findet man es überall: Die kleinen menschlichen Häufchen, meist mit Toilettenpapier oder einem Feuchttüchlein gepaart unter einem Stein versteckt. Oder das weisse Toilettenpapier winkt bereist aus der Ferne und weist zum stillen Örtchen. Bei jedem Rastplatz oder Pick-Nickplatz, bei beliebten Ausflugsorten oder einfach in unmittelbarer Nähe zum Strand; überall liegen sie in beachtlicher Anzahl in der Landschaft verstreut. Hat es zufälligerweise irgendwelche leerstehende Gebäude, so sind die Innenräume, bzw. die Böden garantiert mit vielen kleinen Häufchen und entsprechendem Toilettenpapier belegt. Das Betreten ist in diesem Fall meist auf eigenes Risiko!

Die menschlichen Bedürfnisse sind eigentlich absolut normal, doch wir fragten uns immer wieder, ob die Ersteller von öffentlichen Pick-Nickplätzen oder wunderbaren Aussichtpunkten sich auch irgendwelche Gedanken über das stille Örtchen machen, wo täglich hunderte von Leuten hinkommen? Ein einfaches WC mit entsprechender Fäkaliengrube würde die vielen Häufchen hinter dem Busch stark vermindern und man müsste nicht immer gleich einen Spiessrutenlauf hinlegen. Wir glauben, niemand möchte in so ein Geschäft hinein treten!

Hat es doch irgendwelche Toiletten bei den Pick-Nickplätzen, die wirklich zahlreich auf der iberischen Halbinsel und seinen Inseln weit draussen im Atlantik zu finden sind, so sind diese seit der Corona-Pandemie aus hygienischen Gründen geschlossen, während die Pick-Nickplätze von Heerscharen von Menschen belegt sind.

Doch, wie machen wir es bei unseren Camps oder bei einem Bedürfnis tagsüber? Ganz einfach, wir machen es wie die Katze; wir vergraben es! Selbst in schwierigen Gelände und hartem Boden graben wir ein 25-30cm tiefes Loch, so dass unser Häufchen, inkl. Toilettenpapier anschliessend gut mit Erde gedeckt ist. Zur Krönung und quasi als persönliche Markierung stellen wir ein kleines Steinmännchen darüber, so dass wir u.U. nicht noch einmal am gleichen Ort ein Loch graben sollten. Eine kleine Schaufel und ein „Geissfuss“ (Nagel- oder Brecheisen) sind in diesen Fällen besonders hilfreiche Instrumente und sollten immer griffbereit sein. Übrigens, Fäkalienschaufeln gibt es in jedem guten Outdoor-Geschäft und sind in unterschiedlichen Grössen erhältlich.

Ob das Vergraben der richtige Weg ist und den europäischen Normen entspricht, wissen wir nicht, doch allemal ist es eine saubere Sache und niemand stolpert über unser grosses Geschäft. 😉

Und, falls wir kein Loch graben können, so geht es einfach – mit oder ohne WC-(Dusch-)Zelt – in die Tüte, und anschliessend in den Abfallcontainer. Basta!